Zollstreit mit der EU Trump droht nach Gewinneinbruch von Harley mit Vergeltung

Die Geschäfte von Harley-Davidson laufen schlecht, was auch an europäischen Strafzöllen liegt. US-Präsident Donald Trump droht der EU mit einem Gegenschlag. Doch der Handelsstreit ist nicht das einzige Problem des Motorradherstellers.

Donald Trump zwischen Motorrädern von Harley-Davidson (2017)
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Donald Trump zwischen Motorrädern von Harley-Davidson (2017)


US-Präsident Donald Trump hat weitere Schritte im Handelsstreit mit der EU angedroht, nachdem der US-Motorradbauer Harley-Davidson zum wiederholten Mal einen Gewinnrückgang verbuchen musste. Im ersten Quartal sank der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als ein Viertel auf 127,9 Millionen Dollar, wie Harley-Davidson mitteilte. Die Erlöse fielen um zwölf Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar.

Trump machte bei Twitter seinem Ärger darüber Luft, dass die Traditionsfirma in der EU unter erhöhten Zöllen litt, die im Zuge des Handelsstreits verhängt wurden. "So unfair gegenüber den USA", schrieb Trump. "Wir werden vergelten."

Allein mit dem Zollstreit lassen sich Harleys schlechte Zahlen allerdings nicht erklären. Denn die Harley-Verkäufe sanken in den USA sogar noch stärker als im Ausland. Im Heimatland leidet der Hersteller unter einer alternden Kundschaft.

Das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und Harley-Davidson ist eigentlich angespannt. Trump hatte die Kultfirma wiederholt scharf kritisiert und im vergangenen Jahr sogar Boykottaufrufe seiner Anhänger unterstützt. Trump war verärgert, weil Harley-Davidson angekündigt hatte, wegen der Strafzölle einen Teil der Produktion ins Ausland zu verlagern. In seinem neuen Tweet zitierte er nun einen Bericht, laut dem das Unternehmen durch die Zölle zu den Verlagerungen gezwungen war.

dab/dpa

insgesamt 94 Beiträge
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Hörbört 23.04.2019
1. Mangel an intellektueller Spannkraft
Trump wird wohl nicht begreifen, dass er es war, der den Handelsstreit vom Zaun gebrochen hat und nun das erntet, was er gesät hat. Dazu fehlt ihm leider das geistige Rüstzeug.
whitewisent 23.04.2019
2.
Der Mann sollte zumindest soviel Ahnung von Ökonomie haben, dass wirksame Sanktionen ja genau das bewirken sollen, Aufmerksamkeit für einen Regelbedarf. Wenn ihm jedoch nur einfällt, die selbst gewählte Eskalationsspirale anzuheizen, wer wird darunter am meisten leiden? Gerade wenn man seine aktuellen Sanktionpläne gegen den Iran, Venezuela, Russland, die EU, China und Andere sieht, sollte jedem in der USA klar sein, dass man sich sowas nur erlauben kann, wenn man starke Partner hat, oder so autark funktioniert, dass man es kompensieren kann.
Doppeler 23.04.2019
3. Die Dinger gehören ohnehin verboten!
Diese technisch in höchstem Maße veralteten Krawallkisten, die mit ihren Geknattere an Güllepumpen erinnern, sollten ohnehin verboten werden. Einige wenige Corega-Tubbies machen sich mit diesen Kisten wichtig und lenken von ihren Potenzproblemen ab, und hunderte dürfen diesen infernalischen Krach, der in Zeiten moderner Technik völlig unnötig ist, ertragen. Wehe, Ihr PKW hat ein kleines Loch im Auspuff und knattert ähnlich, wenn auch viel leiser. Wetten, daß sofort die Polizei da ist und Sie sich über einen Bußgeldbescheid freuen dürfen? Nur diese Krafträder läßt man mit ihren Geräuschen, die anderen selbst auf dem WC peinlich wären, die Landschaft mit einem Lärmteppich überziehen. Warum eigentlich?
TS_Alien 23.04.2019
4.
Nicht nur die Kundschaft altert. Viele wollen kein Motorrad fahren. Ich mag nicht im Sommer in Motorradklamotten herumlaufen. Man kann auch mit dem Auto sportlich unterwegs sein und steigt dann am Ziel in normalen Klamotten aus.
geotie1 23.04.2019
5.
Ich lach mir einen Ast! Er fand das geil, als er Strafzölle auf Alu und Stahl einführte und nun ist er verärgert, wenn man die Antwort bekommt. Aber Trump und seine Fans sind ja auch so klug! Wird nicht mehr lange dauern, bis die nächsten Retourkutschen kommen! America first ist ein passender Ausruf, nur in was werden die first sein?
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