Korruptions-Vorwürfe Trump-Firma erwägt Verkauf von umstrittenem Hotel in Washington

Weil sein Unternehmen viel Geld mit der Unterbringung politischer Gäste in einem Hotel verdient, wurde US-Präsident Trump immer wieder kritisiert. Jetzt ziehen die Trumps offenbar einen Verkauf in Betracht.

Im "Trump International Hotel" in Washington steigen ausländische Diplomaten, Lobbyisten und Politiker ab
Alex Brandon/AP

Im "Trump International Hotel" in Washington steigen ausländische Diplomaten, Lobbyisten und Politiker ab


US-Medienberichten zufolge erwägt die Immobilienfirma des US-Präsidenten den Verkauf seines umstrittenen Hotels in der amerikanischen Hauptstadt. Es gebe so viel Kritik an den hohen Einnahmen des Hotels in Washington, dass das Unternehmen zu einem Verkauf bereit sei, zitiert das "Wall Street Journal" den Sohn des Präsidenten, Eric Trump. Es gebe großes Interesse und die Firma sei immer bereit, verschiedene Möglichkeiten zu prüfen. Dem Bericht zufolge soll der Trump Organization ein Preis von 500 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) vorschweben. Trump überlässt das Management der Firma seit der Wahl seinen Söhnen.

Das Unternehmen hat das Gebäude sehr langfristig von der Regierung angemietet und kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 als Hotel eröffnet. Der Verkauf würde sich daher auf die langfristigen Nutzungsrechte beziehen, nicht das Gebäude an sich. Ein Käufer könnte das Hotel laut "Wall Street Journal" fast bis zu 100 Jahre betreiben.

Klagen wegen möglichem Verstoß gegen Anti-Korruptions-Paragraf

Donald Trump sieht sich immer wieder der Kritik ausgesetzt, dass ausländische Diplomaten, Unternehmer, Lobbyisten und Politiker gezielt in dem Hotel abstiegen, um sich das Wohlwollen des Präsidenten zu sichern. Trump selbst hat das Hotel als Präsident schon mehrfach besucht. Die " New York Times" beschrieb das Hotel als eine der lukrativsten Einnahmequellen des Unternehmens.

Trump wurde wegen des Hotels auch bereits mehrfach verklagt. Der Vorwurf: Er verstoße damit gegen einen Anti-Korruptions-Paragrafen der US-Verfassung, die dem Präsidenten die Annahme von Zuwendungen aus dem Ausland verwehrt, sofern der Kongress dem nicht zustimmt. Die Verfahren in der Sache sind noch nicht abgeschlossen.

Das "Trump International Hotel" befindet sich im Zentrum Washingtons in einem alten Postgebäude und verfügt über gut 250 Zimmer und zahlreiche Veranstaltungsräume.

Anfang Oktober hatte Trump mit einem seiner Hotels in Florida Schlagzeilen gemacht: Er wollte dort den G7-Gipfel wichtiger Industriestaaten im kommenden Jahr ausrichten lassen. Nach einem Sturm der Empörung über die Vermischung von Präsidentenamt und Geschäft machte Trump jedoch wenige Tage später einen Rückzieher.

yer/dpa/Reuters



insgesamt 17 Beiträge
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ulrich.schlagwein 25.10.2019
1. Und wo ist das Problem?
Der simplere Sohn Eric plappert ueber einen Verkauf?! Vermutlich zu ueberhoehtem Wert an einen befreundeten Staatsmann, Saudi MBS oder unuebersichtlichen Fond, und kauft die Immobilie nach gegebener Zeit zum Schrottpreis wieder zurueck, mit Dank fuer erwiesene Verdienste.
Yggdrasil 25.10.2019
2. Wahlkampf
Gutes Investment für den ein oder anderen der Autokraten- und Diktatorenfreunde des Präsidenten. Der Wahlkampf wird wohl teurer als geplant.
fred_m 25.10.2019
3. Endlich . . .
Dann kann er endlich seine Schulden bei der Deutschen Bank zurückzahlen: "Trump hat Millionenschulden bei der Deutschen Bank" https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-hat-riesige-schulden-bei-der-deutschen-bank-a-1096242.html
ComproMiss 25.10.2019
4. Was jetzt will er verkaufen ?
Da steckt dich bestimmt wieder ein Betrug dahinter, aber gut dass wir spn und die linken Kommentstoren haben, die werden uns schon aufklären !
snickerman 26.10.2019
5. Was?
"Ein altes Postgebäude"? Das war DIE Washingtoner Hauptpost! Einst sogar das höchste Gebäude der Stadt! https://de.wikipedia.org/wiki/Old_Post_Office_Pavilion
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