Börse im Minus Trumps Corona-Diagnose verunsichert Aktionäre

Die Nachricht über die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump wirkt sich auf die internationalen Finanzmärkte aus. Analysten fürchten, dass die politische Unsicherheit weiter zunimmt.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: JIM WATSON/ AFP

Der positive Corona-Test von US-Präsident Donald Trump hat weltweit für Unruhe auch an den Finanzmärkten gesorgt. Der Dax ging am Freitag 1,5 Prozent schwächer bei 12.542 Punkten in den Handel. In London sank der FTSE 100 um 1,1 Prozent, der CAC 40 in Paris ging um 1,4 Prozent zurück.

Trump und seine Ehefrau Melania waren positiv auf den Krankheitserreger getestet worden, wie der US-Präsident über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Dies komme für den US-Präsidenten "zu einer denkbar ungünstigen Zeit", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. An den Märkten könnte es insbesondere dann turbulent werden, wenn Trump einen schweren Krankheitsverlauf durchmache: "Die ohnehin bestehenden Unsicherheiten würden dann nochmals zunehmen."

Auch der Ölpreis gibt nach

Sollte Trump nur leicht erkranken und sich schnell erholen, könnte er auf mehr Zustimmung hoffen, sagte Yako Sera, Marktstratege bei der Sumitomo Mitsui Trust Bank in Tokio. "Allerdings behindert die Krankheit seine Möglichkeiten im Wahlkampf, und die Zeit vor der Wahl wird knapp." Solange nicht klar sei, ob der nächste Präsident Trump oder Joe Biden heiße, sei es schwierig für die Märkte, sich eindeutig zu positionieren.

Finanzmärkte neigen üblicherweise dazu, einen Wahlsieg der Republikaner positiv zu bewerten, weil sie in diesem Fall auf niedrigere Steuern und weniger Regulierung hoffen. Bei einem Wahlsieg Bidens werden dagegen höhere Steuern erwartet. Zugleich wird allerdings damit gerechnet, dass der Demokrat die Infrastrukturausgaben steigert. "Je nach Wahlsieger dürften zwar unterschiedliche Unternehmen profitieren, in der Summe sehen wir aber kaum größere Unterschiede bei den Marktauswirkungen", sagten Experten der Commerzbank. "Wichtig wäre aus Sicht der Märkte, dass der Sieger rasch feststeht."

Am Rohstoffmarkt gab der Ölpreis nach. Ein Barrel leichtes US-Öl verbilligte sich um 3,9 Prozent auf 37,22 Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 39,40 Dollar 3,7 Prozent weniger. Der Ölpreis steuert damit auf ein Wochenminus von sechs Prozent in den USA zu, es ist der zweite Wochenrückgang in Folge. Neben dem Positivtest des US-Präsidenten lasteten auch die stockenden Verhandlungen über ein weiteres Konjunkturpaket in den USA auf der Stimmung. "Öl bleibt das schwächste Glied in den Corona-Schlagzeilen", sagte Stephen Innes, Marktstratege beim Brokerhaus AXI.

rai/dpa
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