Mittelstandsreport Tschechien schlägt Deutschland im Standortvergleich

Deutschland büßt aus Sicht von Familienunternehmen an Beliebtheit ein. In einem Ranking von 18 Ländern belegt der hiesige Wirtschaftsstandort nur den zwölften Platz.
Ostrava (Tschechien)

Ostrava (Tschechien)

Foto: imago

Der Wirtschaftsstandort Deutschland verliert aus der Sicht von Familienunternehmen an Attraktivität. Im Vergleich von 17 EU-Volkswirtschaften und den USA ist die Bundesrepublik erstmals auf den zwölften Platz abgerutscht. Dies zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen. Die Studie wird alle zwei Jahre erstellt.

Im aktuellen Vergleich hat Tschechien Deutschland in seinen Standortqualitäten überholt. Der östliche Nachbar verdankt seine bessere Platzierung vor allem einer deutlich geringeren Steuerbelastung und niedrigeren Energiepreisen.

Grundlage für die Studie sind internationale und nationale Statistiken. Diese werden daraufhin geprüft, in welchem Umfang ein Standort für ein größeres Familienunternehmen des verarbeitenden Gewerbes innerhalb der EU und der USA attraktiv ist. Ausgegangen wird von einem Familienunternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 210 Millionen Euro. Zu den untersuchten Standortfaktoren zählen: Steuern, Arbeitskosten, Produktivität, Humankapital, Regulierung, Finanzierung, Infrastruktur, sowie Energie.

Den ersten Platz nimmt Luxemburg ein, das wegen seiner geringen Größe allerdings nur schlecht vergleichbar ist. Großbritannien, das bei der letzten Erhebung 2014 noch ganz vorne lag, rutschte auf Rang zwei ab. Die Autoren der Studie weisen zugleich daraufhin, dass das Brexit-Votum die Attraktivität des Landes als Investitionsstandort zumindest für eine Übergangszeit stark beeinträchtigen könnte.

Platz drei belegt die Schweiz, die USA liegen auf dem vierten Rang. Neben diesen beiden Ländern haben vor allem die Niederlande und Tschechien aufgeholt.

msc
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