Mittelstandsumfrage Firmen setzen wenig Hoffnung in Freihandelsabkommen

Kleine und mittlere Unternehmen sollen vom Handelsabkommen mit den USA besonders profitieren - das verspricht Vizekanzler Gabriel. Doch nicht mal jeder sechste Mittelständler glaubt, dass das Vertragswerk seiner Firma nützt.
Maschinenbauer in Thüringen: Mangel an Motivatoren

Maschinenbauer in Thüringen: Mangel an Motivatoren

Foto: Martin Schutt/ picture alliance / dpa

Hamburg/Frankfurt - Die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) biete "große Chancen" für den deutschen Mittelstand: Mit diesen Worten hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erst vor wenigen Tagen für das umstrittene Abkommen geworben. Doch offenbar ist die Botschaft bei kleinen und mittleren Unternehmen bislang kaum angekommen. Nur 15 Prozent sehen in der TTIP ein positives Geschäftspotenzial. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, welche die Commerzbank am Mittwoch vorstellt und die SPIEGEL ONLINE vorab vorlag.

Darin bewerteten die Firmen das Potenzial der TTIP deutlich nüchterner als die Chancen durch Digitalisierung (41 Prozent) und die modernen Fertigungstechniken der sogenannten Industrie 4.0 (24 Prozent). Selbst der schleppend verlaufenden Energiewende (20 Prozent) und den zunehmend unter Wachstumsschwäche leidenden Schwellenländern (19 Prozent) wurden häufiger positive Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte zugetraut.

TTIP-Befürworter argumentieren, dass durch ein Abkommen doppelte Zulassungsverfahren für Produkte hinfällig würden, welche den Sprung über den Atlantik gerade für kleinere Unternehmen oft unattraktiv machen. Gegner des Abkommens fürchten hingegen, dass durch diese Vereinheitlichung hohe europäische Standards verwässert werden könnten - etwa bei Lebensmitteln oder dem Datenschutz.

Für die repräsentative Studie befragte TNS Infratest Führungskräfte von 4025 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 2,5 Millionen Euro.

dab
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