Industrie- und Handelskammertag Deutsche Unternehmen scheuen Investitionen in der Türkei

Auf die politische Lage in der Türkei reagiert die deutsche Wirtschaft verunsichert. An neue Investitionen sei kaum zu denken. Eingeschränkte Staatsgarantien verschärften die Situation.

Der 50.000. von Mercedes-Benz in der Türkei produzierte Bus
Daimler

Der 50.000. von Mercedes-Benz in der Türkei produzierte Bus


Die deutsche Wirtschaft sieht angesichts der angespannten politischen Lage in der Türkei derzeit wenig Chancen für Investitionen in dem Land. "Die Verunsicherung vieler deutscher Unternehmen ist seit dem gescheiterten Putschversuch deutlich zu spüren, die aktuelle Entwicklung steigert diese Verunsicherung erheblich", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "In einem solchen Umfeld ist an Neuinvestitionen deutscher Unternehmen in der Türkei kaum zu denken."

Die Bundesregierung sieht nach den Worten von Außenminister Sigmar Gabriel nicht mehr, wie sie Unternehmensinvestitionen in der Türkei garantieren kann. Die Hermes-Bürgschaften für Türkei-Geschäfte müssten überprüft werden.

"Die Einschränkung von Exportkreditversicherungen und Investitionsgarantien würden die Investitionszurückhaltung deutscher Unternehmen jetzt noch bestärken", sagte Treier dazu.

"Die ökonomischen Auswirkungen sind umso bedauerlicher, da die Türkei zur Modernisierung ihres Landes dringend auf Technologie aus dem Ausland angewiesen ist." Modernisierung und Entwicklung des Landes dürften "jetzt wohl sehr schwierig werden".

kig/Reuters



insgesamt 28 Beiträge
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forscher56 20.07.2017
1. Die Unternehmerschaft sollte mal besser TV gucken,
... da läuft bei einigen Sendern in jeder Werbepause eine Lobpreisung auf den Standort Türkei. Nervig.
spon_3501918 20.07.2017
2. Ich esse seit Monaten keinen Döner mehr!
Kein Türkeiurlaub, kein Döner, keine Oliven oder sonst was das aus der Türkei kommt kommt in meinem Einkaufswagen. Ein Gutes hat es mit dem Erdogan: Immerhin hat sich die Diskussion um den EU-Beitritt wahrscheinlich für die nächsten 15 Jahre erledigt.
Nonvaio01 20.07.2017
3. Scheuen?
gesunder Menschenverstand sagt schon das man da nicht investiert. Ich bin Risiko Analyst und entscheide ueber Kunden Kredite. Fuer die Tuerkei haben wir alles auf vorkasse umgestellt, da bekommt keiner mehr Kredit. Alles viel zu unsicher.
dirk1962 20.07.2017
4. Durchaus verständlich
Erdogan hat den Rechtsstaat in der Türkei durch ein Regime der Willkür und der Unsicherheit ersetzt. In diesem Klima zu investieren kann wenn es schief geht zum Vorwurf der Groben Fahrlässigkeit führen. Erdogan hat sein Land auf eine Abwärtspirale gesetzt, die sich jetzt immer schneller drehen wird. Ohne Investitionen aus dem Ausland kann er die Lira nicht stabilisieren, also steigt die Inflation bei sinkenden Einnahmen des Staates. Erdogans Größen Wahn wird wohl sehr schnell enden, wenn die Wirtschaft kollabiert.
max-mustermann 20.07.2017
5.
Na spätestens jetzt wird etwas seitens unserer Regierung passieren. Menschenrechte, Pressefreiheit usw. jucken die kein Stück aber wehe es geht an die heilige Wirtschaft dann werden unsere Politiker tätig.
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