Absturz der Lira Türkische Zentralbank beruft Krisensitzung ein

Der Verfall der türkischen Lira alarmiert die Währungshüter. Die Zentralbank hat für Dienstag eine Notsitzung einberufen. Experten gehen von einer kräftigen Leitzinserhöhung aus.

Türkische Lira: Die politische Lage schwächt die Währung zusätzlich
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Türkische Lira: Die politische Lage schwächt die Währung zusätzlich


Istanbul - Die türkische Zentralbank reagiert auf den Kursverfall der Lira: Erstmals seit rund zweieinhalb Jahren wurde eine Sondersitzung einberufen. Das Treffen solle am Dienstag stattfinden und das Ergebnis noch am Abend bekanntgegeben werden, teilte die Notenbank am Montag in Ankara mit. Dabei sollen "die jüngsten Entwicklungen bewertet und die notwendigen Schritte für den Erhalt stabiler Preise eingeleitet werden".

Experten gehen davon aus, dass der Leitzins kräftig angehoben wird. Ökonom Timothy Ash von der Standard Bank rechnet mit einem "aggressiven" Zinsschritt. Derzeit liegt der Zinssatz bei 4,5 Prozent.

In Alarmbereitschaft versetzt wurden die Notenbanker vom jüngsten Kursrutsch der Lira. Sie fiel zum Dollar auf einen Kurs von 2,39 und damit auf ein Rekordtief. Aus Furcht vor einer raschen Straffung der US-Geldpolitik und einem erlahmenden Aufschwung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger momentan aus der Türkei und anderen Schwellenländern zurück. Hinzu kommen in der Türkei noch die im Dezember bekanntgewordenen Korruptionsermittlungen gegen Regierungsmitarbeiter, die den seit elf Jahren amtierenden Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Misskredit bringen und das Vertrauen der Investoren erschüttern.

yes/Reuters



insgesamt 24 Beiträge
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zufriedener_single 27.01.2014
1. Cahit Arf
Immerhin war auf dem letzten 10DM Gauß abgebildet. Wobei die Arf-Invariante konzeptionell doch etwas mehr Gewicht hat. Quadratische Formen auf Körpern der Charakteristik 2 haben wir damals in LA umschifft.
lotharec 27.01.2014
2. optional
Nur gut, dass sie noch nicht im Euro-Verbund sind. Zum Einen, weil die Zentralbank noch eigenstaendig Massnahmen ergreifen kann, zum Anderen, weil keine "Unterstuetzungsmassnahmen" seitens der EU erforderlich sind.
atherom 27.01.2014
3. Der Sturz der Lira ist derart logisch, dass man zwangs-
läufig den Sinn der Zentralbanksitzung in Frage stellen muss. Die Lira ist gestiegen, weil Regierung Erdogan (also Erdogan) das "Familiensilber" des Staates verkauft hatte. So floß zwar viel Geld in die Kassen, das man günstig verstreuen konnte, aber das "Familiensilber" war weg. Hinzu kommen Gelder der Golfstaaten, die jetzt massiv abgezogen werden, nachdem sich Erdogan fortgesetzt auf der falschen Seite positioniert hatte. Seine alten Freunde sind in Ungnade gefallen, bzw. nicht mehr da (Ghadafi, Assad, Mursi), die Geldgeber aus der Golfregion sind verschnupft und ziehen Konsequenzen. Obenrein ziehen seine antisemitischen Tiraden nicht mehr so, wir früher und die Benennung der "Schuldigen" zieht auch nicht mehr.
spon_2318831 27.01.2014
4. das Ende der Fahnenstange
ist wahrscheinlich noch lange nicht erreicht. Erst wenn die Türkei einen Kurs einschlägt der nicht reaktionär und radikal ist, von der Korruption in der Regierung mal ganz abgesehen, werden wieder Investitionen getätigt werden. Bloß dahin fährt der Zug augenblicklich nicht. Alle europäischen Christen können beruhigt sein.
hussaho 27.01.2014
5. was ist denn mit dem Wirtschaftsriesen Türkei passiert?
Ich kann mich noch erinnern, dass die Wirtschaft der Türkei auch durch deutsche Medien in den Himmel gehoben wurde und manch türkische Foristen vor Überheblichkeit kaum gehen konnten, wenn zart darauf hingewiesen wurde, dass die hochgejubelte türkische Wirtschaftskraft nicht wirklich auf sicheren Füßen steht. Wohl dem, der nicht in türkische Lira investiert hat
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