Neue Fluglinie TUIfly fusioniert mit Air Berlins Touristiksparte

Die geplante Ferienfluggesellschaft von TUIfly und Teilen von Air Berlin kommt voran. Der TUI-Aufsichtsrat hat dem Vorhaben zugestimmt. Der neue Airline-Verbund hat seinen Sitz in Wien.

TUIfly-Maschine
DPA

TUIfly-Maschine


Der TUI-Aufsichtsrat hat die geplante gemeinsame Ferienfluggesellschaft von TUIfly, Air Berlin und Etihad gebilligt. Das Kontrollgremium stellte damit eine wichtige Weiche für die Neuordnung.

Der konzerneigene Ferienflieger TUIfly soll in eine neue Dachholding unter Führung von Etihad integriert werden. Auslöser der Neuordnung ist eine Umstrukturierung der defizitären Air Berlin - ein Drittel der TUI-Flotte fliegt für die Berliner Airline.

Air-Berlin-Großaktionär Etihad wolle dafür Teile der Touristenstrecken von Air Berlin und der österreichischen Fluglinie Niki einbringen, teilte TUI mit. Der Abschluss der Verhandlungen werde in den kommenden Wochen erwartet. Ein großer Stolperstein sind aus Sicht des Managements die TUIfly-Mitarbeiter. Die hatten sich nach Bekanntwerden des Vorhabens im Oktober scharenweise krankgemeldet.

Der neue Airline-Verbund mit Firmensitz in Wien soll mit den zwei Linien TUIfly und Niki und einer Gesamtflotte von rund 60 Flugzeugen von wichtigen Abflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein umfassendes Streckennetz bedienen. Die TUI AG soll 24,8 Prozent der Anteile an dem Joint Venture halten, Etihad 25 Prozent. Die übrigen 50,2 Prozent würden durch die bestehende Niki-Stiftung gehalten.

Das Konstrukt wird favorisiert, da die neue Firma nach EU-Gesetzen mehrheitlich in europäischer Hand liegen muss. Ansonsten droht der Verlust der Flugrechte.

Air Berlin stellte im Herbst einen radikalen Konzernumbau vor und kündigte an, die Touristiksparte in einen eigenständigen Bereich zu verlagern und strategische Optionen dafür auszuloten. Die nach der Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft will mit einer Halbierung der Flotte und dem Abbau von 1200 der 8600 Arbeitsplätze mittelfristig wieder Gewinn machen. Etihad hält knapp 30 Prozent an den Berlinern.

msc/dpa/AFP/Reuters



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