Aktienkurs bricht ein Boeing-Startverbot kostet Tui 200 Millionen Euro

Weil Boeing-737-Max-Maschinen nicht mehr starten dürfen, muss der Reisekonzern Tui zahlreiche Ersatzjets mieten. Der Aktienkurs stürzt ab, weil das teuer wird - und es könnte noch schlimmer kommen.
Tui-Maschinen des Typs 737 Max-8 in Manchester

Tui-Maschinen des Typs 737 Max-8 in Manchester

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

Die Flugverbote für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max durchkreuzen die Geschäftspläne des weltgrößten Reisekonzerns Tui. Weil das Unternehmen Ersatzflugzeuge mieten muss, rechnet Tui-Chef Fritz Joussen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September mit deutlichen Gewinneinbußen.

Sollten die Max-Jets bis Mitte Juli wieder fliegen dürfen, werde dies den operativen Gewinn (bereinigtes Ebita genannt) voraussichtlich mit rund 200 Millionen Euro belasten, teilte das Unternehmen mit. Sollten die Flugverbote länger gelten, kämen weitere 100 Millionen Euro an Kosten hinzu. Der Kurs der Tui-Aktien brach zum Handelsstart in London um rund zehn Prozent ein.

Tui hat 15 Maschinen von Boeings 737-Max-Reihe in der Flotte, die nach zwei Abstürzen von Flugzeugen des gleichen Typs von Lion Air und Ethiopian Airlines am Boden bleiben müssen. Bis Ende Mai wollte der Reisekonzern eigentlich acht weitere Maschinen der Reihe in seine Flotte aufnehmen - auch bei seiner deutschen Tochter Tuifly, die bisher noch keinen Flieger des Typs besitzt. Die Auslieferungen sind derzeit gestoppt.

Bislang seien keine Termine bekannt, wann Anpassungen des Herstellers an dem Flugzeugmodell erfolgen und wann mit einer Freigabe durch die Aufsichtsbehörden FAA und EASA zu rechnen sei, hieß es. Deshalb habe Tui für die Zeit bis Mitte Juli Vorkehrungen getroffen.

Im günstigeren Fall werde das bereinigte Ebita von zuletzt knapp 1,2 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr um 17 Prozent sinken, hieß es. Im schlechteren Fall werde es sogar um 26 Prozent einbrechen.

Tui-Chef Joussen hatte seine Gewinnprognose bereits im Februar gekappt. Wegen des Trends zu Last-minute-Buchungen und den Auswirkungen des Brexits sollte der operative Gewinn seither nur noch stagnieren.

beb/dpa
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