Coronakrise TUI meldet Milliardenverlust

Der Reisekonzern TUI hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 3,1 Milliarden Euro Verlust gemacht. Nun liegen auch die Hoffnungen des Unternehmens auf dem Impfstoff.
Foto: Andrew Milligan/ DPA

Die meisten Flugzeuge standen in diesem Jahr am Boden, für die Bilanz von TUI hat das gravierende Folgen: Die Coronakrise hat den weltgrößten Reisekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr wie erwartet tief in die roten Zahlen gerissen. Nach den zwölf Monaten bis Ende September stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 416 Millionen Euro erzielt. Wegen des Einbruchs im Reisegeschäft fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 58 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

Noch halten zwar die Reisebeschränkungen und die hohen Infektionszahlen an. Auch wird es absehbar noch lange dauern, bis genügend Impfungen das Reisen wieder normalisieren dürften. Trotzdem ist Vorstandschef Fritz Joussen optimistisch: »Die Aussicht auf Impfungen ab dem Jahresbeginn lässt die Nachfrage nach Sommerurlaub 2021 deutlich steigen.« Im Jahr 2022 erwartet TUI die Rückkehr auf das Niveau aus der Zeit vor der Pandemie. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr traut sich der Vorstand wegen der großen Unsicherheiten aber nicht zu.

Weniger Buchungen, höhere Preise

»Die Gesamtbuchungen über alle Märkte für den Winter 2020/21 liegen aktuell um 82 Prozent unter Vorjahr, und entsprechen in etwa den reduzierten Kapazitäten.« Die Durchschnittspreise seien um vier Prozent höher. »Die Buchungen für den Sommer 2021 liegen im Vergleich zum regulären Sommer 2019 um drei Prozent höher.« Die durchschnittlichen Preise für das Sommerprogramm seien derzeit um 14 Prozent höher als für 2020. 

Dritte Finanzspritze

TUI hat sich bei der Bundesregierung bereits eine dritte Finanzspritze gesichert, um die Krise zu überstehen. Eine Kapitalerhöhung privater Investoren und des russischen Großaktionärs Alexej Mordaschow soll weitere 500 Millionen Euro in die Kasse spülen und für wichtige Liquidität sorgen. Denn wegen der Reisewarnungen in Folge der Virus-Pandemie fehlten TUI nicht nur die Umsätze. Aufgrund von Stornierungen floss auch noch viel Geld ab. 

Einschließlich des dritten Finanzierungspakets verfügte der Konzern Ende November über Finanzmittel von rund 2,5 Milliarden Euro. Zudem will der Konzern seine Kosten jetzt langfristig um 400 Millionen Euro statt um 300 Millionen Euro senken.

caw/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.