Turbo-Aufschwung Deutschen Firmen gehen die Arbeiter aus

Deutsche Unternehmen suchen so viele Leute wie lange nicht. Die Nachfrage ist laut Bundesagentur für Arbeit im April auf ein Rekordhoch gestiegen. Vor allem Fachkräfte und Zeitarbeiter werden dringend gebraucht.

Arbeiter: Unternehmen suchen neue Mitarbeiter
ddp

Arbeiter: Unternehmen suchen neue Mitarbeiter


Nürnberg/Frankfurt am Main - So rosig sah es auf dem deutschen Arbeitsmarkt lange nicht aus. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften im April auf ein Rekordniveau gestiegen. Der von ihr ermittelte Beschäftigungsindexes BA-X kletterte im Vergleich zum Vormonat um zwei Punkte auf 167 Punkte - der Höchstwert seit Einführung des Indexes 2004. Im vergleich zum Vorjahr sei das ein Zuwachs um 37 Punkte.

Die Nürnberger Behörde führt den Anstieg der Arbeitskräftenachfrage vor allem auf den wirtschaftlichen Aufschwung zurück. Zwar habe sich das Wachstumstempo bei den offenen Stellen etwas verlangsamt - zwischen November 2010 und Februar 2011 hatte der BA-X noch deutlich stärker zugelegt. Laut BA signalisieren die Betriebe aber weiter hohe Einstellungsbereitschaft. Viele würden über Probleme klagen, genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Vor allem Zeitarbeitsfirmen sind in Not. Etwa jede dritte freie Stelle komme aus dieser Branche. Aber auch im Handel, im Bausektor, in der Gastronomie und im Gesundheitssektor würden zahlreiche Mitarbeiter gesucht.

Minijobber würden gerne mehr arbeiten

Ein Teil der Arbeitskräftenachfrage könnte durch bislang Teilzeitbeschäftigte gedeckt werden. Wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Umfrage ermittelte, will die Hälfte aller Teilzeitarbeiter gerne länger arbeiten.

Während Männer sich eine um 8,5 Stunden verlängerte Arbeitswoche wünschen, würden Frauen gerne wöchentlich drei Stunden länger auf Arbeit bleiben. Das größte Interesse an der Ausweitung der Arbeitszeit hätten Minijobber, die durch ein paar Stunden mehr ihren Lohn aufbessern könnten. Stark ausgeprägt sei der Wunsch nach ein paar Zusatzstunden pro Woche auch bei Frauen zwischen 25 und 34 Jahren.

Würde man alle Verlängerungswünsche berücksichtigen, entspräche das dem Arbeitszeitvolumen von rund einer Million zusätzlicher Stellen, so die Autorin der Studie, Susanne Wagner.

Zahl der Freiberufler legt nur noch leicht zu

Während immer mehr Deutsche einen festen Arbeitsplatz finden, ist die Zahl der Freiberufler im Jahr 2010 nur noch geringfügig gestiegen. Dies geht aus einer Studie des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) hervor, aus der die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zitiert.

Demnach arbeiteten im vergangenen Jahr 1,14 Millionen Selbständige in einem freien Beruf - 2,2 Prozent mehr als 2009. BFB-Hauptgeschäftsführer Arno Metzler führt den geringen Zuwachs auf die wirtschaftlich unruhigen Zeiten zurück: "Viele wollen lieber Angestellte sein."

Besonders schwach war der Zuwachs in den Berufen, die in Kammern organisiert sind - beispielsweise Ärzte oder Steuerberater. Laut "FAZ" legte die Zahl der Freiberufler hier nur noch um kaum merkliche 0,2 Prozent zu. In den anderen freien Berufen betrug der Anstieg 3,7 Prozent.

seh/dpa/reuters/dapd



insgesamt 155 Beiträge
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heisenberg, 27.04.2011
1. Nicht schon wieder......
Soll das ein nachträglicher Aprilscherz sein? Wer Menschenwürdige Löhne zahlt,bekommt das Personal was im die Firma Wert ist.
Zelot, 27.04.2011
2. Keine Fachkraft, also Löhne rauf und schon sind die Leute da.
Zitat von sysopDeutsche Unternehmen suchen so viele*Leute wie lange nicht. Die Nachfrage ist laut Bundesagentur für Arbeit im April auf ein Rekordhoch gestiegen. Vor allem Fachkräfte und Zeitarbeiter werden dringend gebraucht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759270,00.html
Fachkräfte und Zeitarbeiter gibt es genügend. Ganz Ostdeutschland ist voll von diesen Leuten. Man muß sie nur zu einem ordentlichen Lohn anstellen. Wer keine Leute findet, der muß eben mit den Löhnen rauf gehen. Jede Arbeitskraft ist käuflich.
I'm a Substitute 27.04.2011
3. Wie praktisch!
Zitat von sysopDeutsche Unternehmen suchen so viele*Leute wie lange nicht. Die Nachfrage ist laut Bundesagentur für Arbeit im April auf ein Rekordhoch gestiegen. Vor allem Fachkräfte und Zeitarbeiter werden dringend gebraucht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759270,00.html
Es konnte ja nicht ausbleiben, daß der ideologische Boden bereitet wird für den baldigen Zustrom osteuropäischer Fachkräfte... und wenn also befristete oder tarifunterlaufende "Leiharbeiter" von bezuschußten "Personaldienstleistern" bevorzugt eingestellt werden, bedeutet dies eigentlich auch nur, daß die Sockelarbeitslosigkeit auf hohem Niveau stagniert.
Pacolito, 27.04.2011
4. Hmm...
Zitat von sysopDeutsche Unternehmen suchen so viele*Leute wie lange nicht. Die Nachfrage ist laut Bundesagentur für Arbeit im April auf ein Rekordhoch gestiegen. Vor allem Fachkräfte und Zeitarbeiter werden dringend gebraucht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,759270,00.html
Den Firmen steht ein europäischer Arbeitsmarkt mit mehreren hundert Millionen potentiellen Arbeitskräften zur Verfügung. Das Problem ist natürlich: Wenn man keine angemessenen Löhne zahlen möchte, dann findet man eben auch keine Leute. Die Schweiz kann sich über zuwenige deutsche Arbeitnehmer übrigens nicht beklagen: Vom Edelingenieur über den IT-Spezialisten bis hin zur Hilfskraft im Gastgewerbe. Der Unterschied zu Deutschland: Die zahlen halt vernünftig. Wie gemein von den schweizer Firmen.
I'm a Substitute 27.04.2011
5. Hach, ist das peinlich!
Es soll allerdings Einzelfälle (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,758715,00.html) geben, die trotz boomenden BA-X-Index irgendwie nicht so rasch in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis weitervermittelt werden konnten...
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