Turbulente Finanzmärkte Weltbörsen erleben Achterbahnfahrt mit Happy End

Börsenprofis durchlitten am Dienstag ein Wechselbad der Gefühle: Erst stürzte der Dax noch stärker ab als am Vortag - dann sorgte die Wall Street für den Umschwung. Der deutsche Leitindex schloss fast unverändert, der Dow Jones legte nach rasantem Schlussspurt um knapp vier Prozent zu.

Händler an der New Yorker Börse: Heftiges Auf und Ab
REUTERS

Händler an der New Yorker Börse: Heftiges Auf und Ab


Frankfurt am Main/New York - Als an der Wall Street die Schlussglocke ertönte, hatte die die Hoffnung gesiegt: Mehr als 400 Punkte hatte der Dow-Jones-Index Chart zeigen am Ende des Tages auf 11.239 Zähler gewonnen, das entspricht einem Plus von vier Prozent. Nur etwas mehr als eine Stunde zuvor hatte der amerikanische Leitindex noch deutlich im Minus gelegen, bevor er im Schlussspurt um mehr als 600 Punkte stieg. Er konnte damit einen Teil der Verluste vom Montag wieder wettmachen.

Mit Spannung erwarteten die Börsenprofis Aussagen der US-Notenbank - und setzten auf ein neues Anleihen-Kaufprogramm. Diese Hoffnung enttäuschte die Fed zwar, kündigte jedoch an, den Leitzins mindestens bis Mitte 2013 auf seinem äußerst niedrigen Niveau zu belassen. Bereits seit Dezember 2008 liegt der amerikanische Leitzins auf dem Stand von null bis 0,25 Prozent.

Gleichzeitig äußerte sich die Fed negativ zur Konjunktur: Die Abwärtstrends der US-Wirtschaft hätten sich verstärkt. Das Wachstum in diesem Jahr sei erheblich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt habe sich verschlechtert. Der Dow drehte nach der Fed-Erklärung wie erwartet ins Minus, bevor er in die Höhe schoss.

Auch der Dax Chart zeigen beendete den Handelstag in Frankfurt besser, als es lange Zeit ausgesehen hatte. Der deutsche Leitindex schloss im Vergleich zum Vortag nahezu unverändert mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent bei 5917 Punkten. Zuvor hatte das Börsenbarometer jedoch zeitweise mehr als sieben Prozent verloren.

Börsen in Asien und Australien schlossen im Minus

Es war der freundliche Auftakt an der Wall Street, der dafür sorgte, dass sich die Dax-Titel von den Abstürzen zuvor erholten. Schnäppchenjäger nutzten demnach die Kurse zum Einstieg, wie Händler sagten. Im späten Handel ging es noch weiter aufwärts.

Die hohe Nervosität der Anleger in Frankfurt zeigte sich insbesondere am VDax, der die Schwankungsbreite des Leitindex abbildet. Er erreichte am Dienstag den höchsten Stand seit 2009, als die Weltwirtschaftskrise nach der Lehman-Pleite abflaute. Chefvolkswirt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank sagte mit Blick auf die aktuellen Kurskapriolen: "Es ist kein rationaler, sondern ein emotionaler Markt."

Auf europäischer Bühne beendeten die wichtigsten Indizes den Handel höher. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen gewann 0,32 Prozent auf 2294 Punkte. In Paris und London legten die Indizes noch deutlicher zu: Der FTSE 100 Chart zeigen an der Börse in London schloss 1,9 Prozent höher als am Vortag, auch der Pariser CAC 40 Chart zeigen verbuchte zum Schluss ein Plus von 1,6 Prozent.

In Asien ging es allerdings zumeist abwärts - die dortigen Börsen begannen den weltweiten Handelstag. So fiel der Hang-Seng-Index Chart zeigen in Hongkong um zeitweise bis zu sieben Prozent. Er erholte sich dann nur leicht wieder und schloss mit einem Minus von 5,66 Prozent. Der japanische Nikkei-Index Chart zeigen fuhr geringere Verluste als am Vortag ein und ging mit einem Minus von 1,68 Prozent aus dem Handel. Auch die Börsen in Neuseeland und Australien hatten eine weitere Aktien-Talfahrt erlebt.

Lesen Sie hier die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.

fdi/dpa/Reuters/dapd



insgesamt 6 Beiträge
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Gandhi, 10.08.2011
1. Happy End?
Zitat von sysopBörsenprofis durchlitten am Dienstag ein Wechselbad der Gefühle:*Erst stürzte der Dax noch stärker ab als am Vortag - dann sorgte die Wall Street für den Umschwung. Der deutsche Leitindex schloss fast unverändert, der Dow Jones legte nach rasantem Schlussspurt um knapp vier Prozent zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779338,00.html
das duerfte doch wohl noch verfrueht sein, schliesslich hat sich an der wirtschaftlichen Lage nichts geaendert. Es schwirrt einfach zu viel Geld herum. die Spekulanten sind dauernd auf der suche nach potentiellen Opfern. Und die Regierungen wissen nicht, wie sie damit fertig werden sollen. Hier in den USA hat die FED ja praktisch festgestellt, dass die Wirtschaftslage schlechter ist als erhofft. Und da der Zinssatz nicht weiter gesenkt werden kann, soll er noch 2 Jahre da bleiben, wo er ist. Dieser Entschluss wurde gefasst, weil man praktisch handlungsunfaehig ist und Ausgabenkuerzungen bei der gegebenen Wirtschaftslage die Sache nur noch schwieriger machen. S&P Chambers macht klar, was der Republikaner-Verfassungszusatz zu einem ausgeglichenen Haushalt fuer Auswirkungen hat. Nun werden les conc sich auf ihn einschiessen, weil er damit auch deutlich macht, wer die Verantwortung fuer die Bonitaetsherabstufung traegt. http://www.washingtonpost.com/blogs/2chambers/post/sandps-chambers-balanced-budget-amendment-would-do-more-harm-than-good/2011/08/09/gIQAElip4I_blog.html
Boy_Kott, 10.08.2011
2. --> Mit dem Wetten ist das wie mit dem Geheimdienst.
Zitat von sysopBörsenprofis durchlitten am Dienstag ein Wechselbad der Gefühle:*Erst stürzte der Dax noch stärker ab als am Vortag - dann sorgte die Wall Street für den Umschwung. Der deutsche Leitindex schloss fast unverändert, der Dow Jones legte nach rasantem Schlussspurt um knapp vier Prozent zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779338,00.html
Mit dem Wetten ist das wie mit dem Geheimdienst. Am Ende weiß keine mehr, was WAHR ist. Wenn dann einer mal hustet, bekommen die anderen sofort die böse Flatulenz und alle sterben an "eingebildetem Giftgas". Dabei wollen die Oberschlauen doch nur an dem Rauf UND dem Runter (bzw. am Werden UND Vergehen) profitieren. Das wird man ja wohl noch erlaubt sein. Das machen doch alle, merkt nur keiner.
hr_schmeiss 10.08.2011
3. ...Frosch im Kochtopf...
...und der Spon hatte sich schon richtig warmgelaufen, Live-Ticker uns so, und nun wars wieder nix. Jammerschade! Wo doch nur richtige Krisen und Katasprophen noch Quote bringen. Steigt der DAX wochenlang um 1-2% täglich, dann berichtet keiner darüber. Wir wachsen, business as usual. Und schon wird wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben: England. Noch kein Live-Ticker?
frubi 10.08.2011
4. .
Zitat von sysopBörsenprofis durchlitten am Dienstag ein Wechselbad der Gefühle:*Erst stürzte der Dax noch stärker ab als am Vortag - dann sorgte die Wall Street für den Umschwung. Der deutsche Leitindex schloss fast unverändert, der Dow Jones legte nach rasantem Schlussspurt um knapp vier Prozent zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779338,00.html
Ja toll. Jetzt habe ich mir den ganzen Keller mit Dosen-Ravioli und Curry King voll gestellt und was nun? Wo bleiben die schwarzen Montage, Dienstage etc.? Wo bleiben die aus dem Fenster springenden Investmentbankster? Wohin nur mit meiner Angst aus den letzten 5 Tagen?
Thomas Kossatz 10.08.2011
5. Titel
Zitat von hr_schmeiss...und der Spon hatte sich schon richtig warmgelaufen, Live-Ticker uns so, und nun wars wieder nix. Jammerschade! Wo doch nur richtige Krisen und Katasprophen noch Quote bringen. Steigt der DAX wochenlang um 1-2% täglich, dann berichtet keiner darüber. Wir wachsen, business as usual. Und schon wird wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben: England. Noch kein Live-Ticker?
Jawoll: Am besten ein Liveticker, was es an neuen Livetickern gibt. Verbale Hyperventilation kschiert geistige Windstille.
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