Turbulenter Freitag Bergauf in der Börsenachterbahn

Die Börse ist nichts für schwache Nerven dieser Tage. Rund sieben Prozent hat der Dax innerhalb der vergangenen Woche verloren. Am Freitag schlossen die Kurse zwar insgesamt im Plus - doch Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten bietet das keinesfalls.

Börse in Frankfurt am Main: Gerüchte sorgen für Bewegung
dapd

Börse in Frankfurt am Main: Gerüchte sorgen für Bewegung


Frankfurt am Main - Rezessionsängste und die Furcht vor einer Eskalation der Euro-Schuldenkrise haben die Börsen weltweit am Freitag auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Nach einem freundlichen Start stürzte der Dax Chart zeigen um bis zu 3,7 Prozent auf 4973 Zähler ab, beendete den Handel aber schließlich mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 5196 Punkten, nachdem die US-Börsen ins Plus gedreht hatten. Die Aktienindizes anderer großer Börsen wie London, Mailand und Madrid vollzogen ähnlich heftige Kursbewegungen. "Das zeigt, wie nervös die Märkte derzeit sind", sagte ein Händler.

Die Zitterpartie dürfte auch in der kommenden Woche weitergehen. "Solange keine Entscheidungen getroffen werden, die wirklich bei der Lösung aller Probleme helfen können, wird die Sau durchs Dorf getrieben", erklärte ein anderer Börsianer.

Nach oben ging es am Nachmittag vor allem mit Eröffnung der Wall Street. In einem sehr volatilen Handel arbeiteten sich die wichtigsten Indizes hier ins Plus vor, nachdem Händlern zufolge Gerüchte die Runde machten, die Zentralbanken planten eine konzertierte Aktion zur Eindämmung der europäischen Schuldenkrise. Der Dow-Jones-Index notierte zeitweise 0,5 Prozent fester, der Nasdaq Composite Chart zeigen stieg sogar um 1,3 Prozent.

Deutsche Bank befürchten höhere Griechenland-Abschreibungen

Neue Unruhe hatte am Mittag unter anderem eine Prognose der Deutschen Bank in den Markt gebracht: Danach drohen der Finanzbranche höhere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen als bislang gedacht. Die Deutsche Bank Chart zeigenkalkuliere mit einer Abschreibungsquote von 25 Prozent oder mehr statt der ausgehandelten 21 Prozent, heißt es in dem Papier. "Banken, Abschreibungen, Griechenland - diese Worte sind derzeit jederzeit dafür geeignet, die Kurse nach unten zu schicken", sagte ein Börsianer.

Enttäuscht reagierten Investoren auch auf die Aussagen vom Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), obwohl diese den Banken Unterstützung in der Schuldenkrise zusicherten. "Bleibt abzuwarten, wie die Pläne genau aussehen werden und ob sie ausreichen, das verlorene Vertrauen wirklich wieder herzustellen", schrieben die Experten der Metzler Bank in einem Kommentar. Für Analyst Andrew Lim von der Bank Espirito Santo waren die Aussagen der G20 nicht mehr als die "üblichen Plattitüden". "Sie haben nicht das notwendige politische Kapital, das Notwendige zu tun, nämlich die südeuropäischen Staaten zu retten und alle Banken zu rekapitalisieren."

Gerüchte hieven Finanzwerte ins Plus

Das Gerücht, wonach die Zentralbanken weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise ins Auge fassten, verhalf laut Börsianern auch den Finanzwerten ins Plus. Der europäische Bankenindex legte um 3,5 Prozent zu, nachdem er zeitweise 2,2 Prozent unter dem Stand des Vortages gelegen hatte. Im Dax zählten Die Papiere der Deutsche Bank und Commerzbank Chart zeigen mit 5,6 beziehungsweise mehr als vier Prozent zu den größten Gewinnen.

Vor allem die Aktien der Deutschen Bank hatte am Mittag noch tief im Minus gelegen. Auch der Euro, der in der Spitze auf 1,34 Dollar gefallen war, machte Boden gut und notierte wieder über der 1,35-Dollar-Marke. Auf der Suche nach einer sicheren Anlage nahmen richteten sich die Blicke der Investoren auf Bundesanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf ein Rekordtief von 1,637 Prozent. Gleichzeitig markierte der auf diesem Titel basierende Bund-Future mit 139,19 Zählern ein neues Rekordhoch.

"Kurzfristig ist wohl nur eines sicher: Die Unsicherheit bleibt groß", urteilte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler. Am Donnerstag, als der Dax bereits fünf Prozent verloren hatte, waren den Anlegern vor allem die pessimistischen Äußerungen der US-Notenbank Fed zur US-Konjunktur übel aufgestoßen. Auch die geplante Verlagerung des Schwerpunkts bei den Anleihe-Käufen der US-Notenbank von Investoren war mit Enttäuschung aufgenommen worden. In der abgelaufenen Woche kommt der Dax auf ein Minus von knapp sieben Prozent. Der einzige Hoffnungsschimmer für die Börsen sei nun die nächste Berichtssaison, da die Erwartungen angesichts der jüngsten Börsenturbulenzen bereits stark gesunken seien, erklärte Peeters.

mik/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
mitwisser, 23.09.2011
1. .
Zitat von sysopDie*Sorgen der Anleger*dominieren die Börse: Der Dax stürzte zeitweise unter die Marke von 5000 Punkten, der Euro verliert ebenfalls an Wert. Für Verunsicherung an den Märkten sorgt vor allem*die drohende*Staatspleite Griechenlands. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788128,00.html
Ach, GR droht die Pleite? Muss für die manisch Depressiven ja echt ne Überraschung gewesen sein ;-) Gut, dass sie alternativlos pleite geh .. äh gerettet werden. Schade, dass man Herrn Rösler einen demokratischen Maulkorb verpaßt hat. Psst, I droht das Gleiche. Aber die Slipeinlagen sind sichaa
sorata 23.09.2011
2. Auch du, China?
Zwar bin ich kein Fan dieses Blattes, aber die Fotos sprechen für sich. Auch in China ist wohl eine horrende Immobilien-Blase geplatzt, die auch weltwirtschaftlich Folgen haben wird. http://www.dailymail.co.uk/news/article-1339536/Ghost-towns-China-Satellite-images-cities-lying-completely-deserted.html
catweezle 23.09.2011
3. Schlussstrich
Zitat von sysopDie*Sorgen der Anleger*dominieren die Börse: Der Dax stürzte zeitweise unter die Marke von 5000 Punkten, der Euro verliert ebenfalls an Wert. Für Verunsicherung an den Märkten sorgt vor allem*die drohende*Staatspleite Griechenlands. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788128,00.html
OK - ziehen wir alle mal den großen Schlussstrich: "Wir" ?- nehmen wir mal einen US-Amerikaner und eine Deutschen. Wir gleichen unseren "Saldo" aus. Also alle privaten Schulden (Auto, Haus, TV, Waschmaschine ...) die uns eine Bank finanzierte zahlen wir morgen zurück. Und dann zahlen wir unsere Staatsschulden pro Kopf zurück. Mal sehen, wie "reich" dann die Mitarbeiter von den Rating-Agenturen bleiben. Unterm Strich - wir leben alle von der Zukunft - und ein Saldoausgleich heute können die Wenigstens ausgleichen.
wibo2 24.09.2011
4. Anleger sorgen sich um Konjunktur und Banken
Zitat von mitwisserAch, GR droht die Pleite? Muss für die manisch Depressiven ja echt ne Überraschung gewesen sein ;-) Gut, dass sie alternativlos pleite geh .. äh gerettet werden. Schade, dass man Herrn Rösler einen demokratischen Maulkorb verpaßt hat. Psst, I droht das Gleiche. Aber die Slipeinlagen sind sichaa
Mal blenden die Anleger ihre Sogen aus, mal sorgen sie sich, mal nehmen sie einfach nur ihre Gewinne mit. Freude und Leid, das ist das Leben. Gier und Angst beherrscht das Spiel an der Börse. Wachsendes Misstrauen, hohe Volatilität, verunsicherte Anleger, wie geht es weiter? Das DAX Ziel für den Fall einer Rezession ist 4200. Einen Konjunktur Abschwung wird es geben, aber keiner weiss, wird es zu eine Inflation, Deflation oder gar Stagflation kommen? Ist Bares Wahres? Oder ist der Griff zum Gold besser? Weisheit ist besser als Silber und Gold, daran mangelt es insbesondere unseren Finanzpolitikern und Bankern, deshalb sind wir jetzt in dem Schlamassel. Die EZB rekapitalisiert die Banken, indem sie seit neuestem alle Arten von "toxischen Schrottpapiere" von den Banken in Zahlung nimmt und damit die Geldmenge weiter erhöht. Ist das gut oder schlecht? Was sagen unsere Wirtschaftswissenschaftler dazu?
Chris110 24.09.2011
5. Re
Danke für die Wasserstandsmeldungen. Börse ist leider nicht eure Kernkompetenz.. Der Ausblick für den Rest des Jahres ist eher bullish.
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