Turkish Stream Erdogan und Putin wollen Gaspipeline bauen

Monatelang lag das Projekt auf Eis. Nach ihrer Aussöhnung besiegeln Erdogan und Putin nun den Bau der Gaspipeline Turkish Stream. Differenzen gibt es weiterhin über den Krieg in Syrien.

Erdogan und Putin
AP

Erdogan und Putin


Erst vor zwei Monaten begannen sich Russland und die Türkei wieder anzunähern. Nun trafen sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Kreml-Chef Wladimir Putin am Rande des Weltenergiekongresses in Istanbul und besiegelten den Bau der lange geplanten Gaspipeline Turkish Stream.

Die Energieminister beider Länder unterzeichneten in Istanbul in Anwesenheit Erdogans und Putins ein entsprechendes Regierungsabkommen. Durch die Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer über die Türkei bis an die Grenze Griechenlands gebracht werden.

Mit Turkish Stream und mit der geplanten Pipeline Nord Stream will Russland die Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, sagte, das Abkommen sehe den Bau von zwei Röhren auf dem Grund des Schwarzen Meeres vor. Die Fertigstellung der ersten Röhre sei für 2019 geplant.

Während des Weltenergiekongresses kündigte Erdogan umfangreiche Investitionen an, "um unser Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum zu machen". Die Türkei leiste damit auch "einen Beitrag zur Erdgasversorgungssicherheit Europas". Putin bekannte sich bei dem Kongress klar zu dem Projekt Turkish Stream, das während der monatelangen Krise zwischen Russland und der Türkei auf Eis lag.

Differenzen gibt es weiterhin beim Bürgerkrieg in Syrien. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte nach dem Treffen, Russland und die Türkei hätten unterschiedliche Standpunkte zu Syrien. Sie hätten aber den politischen Willen zur weiteren Entwicklung eines Dialogs in dieser Frage. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dessen Sturz Erdogan fordert.

Es war Putins erster Türkeibesuch seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe im vergangenen November. Danach legte Russland die Beziehungen zur Türkei auf Eis. Erst im Juni näherten sich beide Seiten wieder an, im August folgte ein Treffen Putins und Erdogans in St. Petersburg. Beim G20-Gipfel in China im vergangenen Monat sprachen beide über eine vollständige Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen.

asc/dpa

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