Insolventer TV-Hersteller Loewe-Käufer machen Rückzieher

Die Rettung des insolventen TV-Herstellers Loewe steht in Frage: Die deutschen Investoren erklärten ihren Rücktritt vom kürzlich abgeschlossenen Kaufvertrag. Doch das will Loewe nicht akzeptieren.
Logo auf einem Loewe-Fernseher: Rücktritt "ohne jeglichen Rechtsgrund"?

Logo auf einem Loewe-Fernseher: Rücktritt "ohne jeglichen Rechtsgrund"?

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Kronach - Monatelang wurde verhandelt, Mitte Januar schien der Deal perfekt: Der insolvente Technologiekonzern Loewe sollte an die deutsche Investorengruppe Sepmeier, Kalmund und Gesmar-Larsen verkauft werden. Doch diese hat nun ihre Meinung geändert. Die Investoren hätten den Rücktritt vom kürzlich abgeschlossenen Kaufvertrag über Vermögensgegenstände von Loewe und Loewe Opta erklärt, teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

"Loewe wird diesen Rücktritten widersprechen", hieß es in der Mitteilung weiter. Loewe prüfe die Einleitung von gerichtlichen Schritten. Man werde die Erwerber zum Closing, also dem Abschluss des Vertrags, auffordern. Nach Auffassung des Unternehmens sei der Rückzug "ohne jeglichen Rechtsgrund" erfolgt.

Die Finanzinvestoren, zwei Münchner Unternehmer und ein dänischer Technikexperte, hatten den insolventen Fernseherbauer mit einem tiefgreifenden Sanierungsprogramm neu beleben wollen. Als Käufer der Vermögensgegenstände trat die Münchner Panthera GmbH auf, die zu je einem Drittel dem Immobilienunternehmer Constantin Sepmeier, dem früheren Unternehmensberater Stefan Kalmund und dem früheren Apple-Europachef Jan Gesmar-Larsen gehört. Panthera hatte nach dem Kauf im Januar den Abbau von einem Viertel der aktuell noch 550 Jobs bei Loewe angekündigt.

Laut einer Vorabmeldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sucht Loewe bereits nach einem neuen Investor. Ein Unternehmenssprecher wollte das nicht bestätigen. "Das Closing wird bis in den März hinein dauern", sagte er der Zeitung lediglich. Am Dienstag solle die Situation auf einer Sitzung des Gläubigerausschusses diskutiert werden.

dab/Reuters/dpa
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