Verdreifachter Gewinn Twitter-Zahlen begeistern Anleger

Der Umsatz steigt, die Gewinne steigen noch deutlich stärker: Nach guten Quartalszahlen liegt die Twitter-Aktie enorm im Plus. US-Präsident und Dauernutzer Donald Trump erneuert jedoch seine Kritik am Kurznachrichtendienst.

Twitter-Logo an der New Yorker Börse
AP

Twitter-Logo an der New Yorker Börse


Twitter gelingt es offenbar zunehmend, mit seinen Nutzern Geld zu verdienen. Der Gewinn des Kurznachrichtendienstes stieg auf 191 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 61 Millionen Dollar gewesen. Nach Bekanntgabe der Zahlen stieg die Twitter-Aktie zeitweise um fast 17 Prozent.

Die Umsätze des US-Unternehmens legten um 18 Prozent auf 787 Millionen Dollar zu. Angetrieben wurde das Wachstum vor allem vom Plus der Werbeerlöse um ebenfalls 18 Prozent auf 679 Millionen Dollar, wie Twitter am Dienstag mitteilte. Auch die Zahl der weltweiten Twitter-Nutzer wuchs leicht. Bei den monatlich aktiven Usern gab es im Dreimonatszeitraum von Januar bis März einen Anstieg um neun Millionen auf 330 Millionen.

Allerdings verabschiedet sich Twitter von dieser Messgröße und will sich stattdessen künftig auf die Zahl der "monetisierbaren" täglichen Nutzer beziehen. Damit sind Nutzer gemeint, die sich an einem beliebigen Tag über einen Internetbrowser oder eine App einloggen und Werbung zu sehen bekommen. Hier gab es einen Anstieg auf 134 Millionen Nutzer. Im Vorjahr waren es 120 Millionen.

Nach Angaben von Unternehmenschef Jack Dorsey profitierte Twitter von seinen Bemühungen, stärker gegen missbräuchliche oder nicht authentische Inhalte vorzugehen, die dem Ruf des 240-Zeichen-Dienstes zuletzt geschadet hatten. Zudem hatten Regierungen rund um die Welt wiederholt mehr Einsatz gegen Hassbotschaften und Anstiftung zur Gewalt verlangt.

"Wir verfolgen einen proaktiveren Ansatz, um Beschimpfungen und die Effekte davon einzudämmen", sagte Dorsey. "Wir reduzieren die Belastung für Opfer und - wenn das möglich ist - handeln noch bevor Missbrauch gemeldet wird." Dafür nutzt Twitter auch selbstlernende Algorithmen. Die Firma geht wegen des Kampf gegen Hasskommentare von steigenden Betriebskosten aus.

"Das Beste, was Twitter je passiert ist, ist Donald Trump"

US-Präsident Donald Trump nutzte die Vorstellung der Quartalszahlen indes für erneute Kritik an Twitter, das zu seinen bevorzugten Kommunikationskanälen gehört. "Das Beste, was Twitter je passiert ist, ist Donald Trump", twitterte der Republikaner unter Berufung auf die Fox-Journalistin Maria Bartiromo. Twitter behandle ihn aber "nicht gut", weil er Republikaner sei. Viele Leute hätten Schwierigkeiten, sich zu registrieren.

Trump hat fast 60 Millionen Follower auf Twitter und damit einen der Auftritte auf dem Dienst, der weltweit mit die meiste Aufmerksamkeit genießt. Dennoch wirft er Twitter und einigen anderen sozialen Medien vor, gegenüber Konservativen voreingenommen zu sein. Er beschuldigte Twitter und andere Dienste, die Sichtbarkeit prominenter Republikaner zu beschneiden, lieferte dafür aber keine Beweise.

Twitter-Chef Jack Dorsey sagte auch, der Dienst wolle sich immer stärker auf die Begleitung von Live-Events wie zum Beispiel Sportereignissen konzentrieren. "Wir glauben, dass es genauso einfach sein muss, einem Event oder einem Thema zu folgen, wie man jetzt einer Person folgen kann." Dabei sei der Plan auch, die Nutzer so gut zu kennen, dass Twitter für sie interessante Ereignisse sowie die relevantesten Kommentare dazu hervorheben kann. Das sei aber ein Langzeitprojekt, schränkte Dorsey ein.

dab/Reuters/dpa/AFP

insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
meckerziege24 23.04.2019
1. Kein Wunder,
dass twitter so viel verdient, wenn Spiegel und andere Magazine staendig diese bescheuertern Twittermeldungen abdrucken und somit kostenlose Werbung fuer ein Aktienunternehmen machen. Kostenlose Werbung? Wer weiss, was Twitter dafuer bezahlt?
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