US-Medienbericht Elon Musk will offenbar Hälfte der Jobs bei Twitter streichen

Schon vor seiner Übernahme hatte es Gerüchte gegeben: Nun hat Elon Musk Twitter gekauft – und es droht laut US-Medien ein radikaler Stellenabbau.
Elon Musk, Twitter-Logo

Elon Musk, Twitter-Logo

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Der Kauf von Twitter war und ist für Elon Musk ein enormer finanzieller Kraftakt. Er setzt in der Folge offenbar auf niedrigere Personalkosten. Musk plant einem Medienbericht zufolge mehr als die Hälfte der 7000 Stellen bei Twitter zu streichen.

Etwa 3700 Beschäftigte sollen entlassen werden, berichtete die Agentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Musk werde demnach die betroffenen Mitarbeiter am Freitag informieren. Darüber hinaus plane der neue Eigentümer des Kurznachrichtendienstes, dass alle Beschäftigten bis auf wenige Ausnahmen wieder an ihre Arbeitsplätze ins Büro zurückkehren sollen.

Musk hatte zuvor einen Bericht der Zeitung »Washington Post« dementiert, wonach er Twitter-Mitarbeiter noch vor dem 1. November entlassen will, um die an diesem Tag fälligen Auszahlung von Aktienoptionen zu umgehen. Twitter reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme. Reuters hatte Anfang der Woche berichtet, dass Musk ein Viertel der Belegschaft entlassen wolle.

Zusätzlich will Musk weitere Einnahmequellen erschließen. So plant er Nutzer des Kurznachrichtendienstes für die Verifizierung ihrer Konten zur Kasse zu bitten und monatlich acht Dollar zu verlangen.

Verifizierung bald nur noch für Abonnenten

Das bisherige System zur Vergabe der blauen Häckchen sei »Schwachsinn« (im englischen Original: »Bullshit«), schrieb der Multimilliardär zuletzt auf Twitter. Für eine Verifizierung eines Accounts soll demnach künftig ein Abonnement beim kostenpflichtigen Angebot »Twitter Blue« Voraussetzung sein.

Der Preis des Angebots solle von derzeit 4,99 Dollar auf acht Dollar pro Monat erhöht werden, schrieb Musk weiter. Der Abo-Preis solle aber für jedes Land gemäß der Kaufkraft festgelegt werden. Nutzer von »Twitter Blue« würden künftig auch Vorrang bei Antworten, Erwähnungen und Suchen erhalten, »lange Videos und Audios« veröffentlichen können und halb so viel Werbung erhalten wie andere Twitter-Nutzer.

Der Chef des Elektroautobauers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX hatte Twitter in der vergangenen Woche für 44 Milliarden Dollar übernommen. Er entließ umgehend das Top-Management und löste später auch den Verwaltungsrat auf. Als alleiniger Direktor hat der reichste Mensch der Welt nun die gesamte Macht bei der Online-Plattform.

jok/Reuters
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