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12. Dezember 2014, 13:30 Uhr

Transport-App

Chinesischer IT-Riese Baidu steigt bei Uber ein

Zwei umstrittene Firmen schmieden eine Allianz: Baidu investiert Berichten zufolge in Uber. Chinas Suchmaschinenkonzern steht wegen Mitarbeit bei der Internetzensur in der Kritik, die Transport-App wegen Sicherheitsmängeln.

New York - Uber zieht offenbar auch in China Investoren an. Laut "Wall Street Journal" und der Finanzagentur Bloomberg steigt der Internetriese Baidu bei der umstrittenen Transport-App aus Kalifornien ein. Das Investment betrage 600 Millionen Dollar, berichtet der chinesische Radiosender China National Radio.

Uber werde neben Geld auch Zugang zu den Online-Ressourcen des größten chinesischen Suchmaschinen-Betreibers bekommen, hieß es in einigen Berichten. Ein Baidu-Sprecher wollte die Angaben auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE weder bestätigen noch dementieren.

Fest steht: Eine Allianz wäre für beiden Firmen von Vorteil. Baidu könnte Uber helfen, den riesigen chinesischen Markt zu erschließen. Uber wiederum könnte Baidu helfen, sein mobiles Serviceangebot zu verbessern und sich gegenüber Konkurrenten wie Tencent und Alibaba zu behaupten.

Uber vermittelt mithilfe seiner Smartphone-App Uber Pop private Fahrer. Eine Fahrt mit Uber ist deutlich günstiger als mit dem Taxi. Das Start-up befindet sich auf rasantem Expansionskurs und ist nach eigenen Angaben bereits in 50 Ländern aktiv. Erst Anfang des Monats hatte die Firma 1,2 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Das Start-up aus San Francisco wird derzeit mit 40 Milliarden Dollar bewertet.

Die Firma aus Kalifornien ist stark umstritten. Taxi-Gewerbe und Behörden werfen ihr unfairen Wettbewerb vor. Nach Ansicht von Experten verschlimmert Uber die Billiglöhnerei in der Taxibranche. Zudem stellt der Dienst ein Sicherheitsrisiko da, weil Uber-Fahrer ohne Lizenz und Versicherungspflicht arbeiten. In Indiens Hauptstadt Neu-Delhi wurde der Dienst Anfang Dezember verboten, nachdem ein Uber-Fahrer eine Frau vergewaltigt haben soll.

Auch die chinesische Suchmaschine Baidu steht in der Kritik. Dem IT-Riesen wird vorgeworfen, die chinesische Internetzensur allzu willfährig mitzutragen. Debatten über die Unabhängigkeit Taiwans oder Tibets, Informationen über den Dalai Lama oder über das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Angaben über den Zusammenbruch der Sowjetunion - all das taucht in ihr nicht auf.

Zwar halten sich auch viele andere chinesische Firmen strikt an die Zensurgesetze. Der Suchmaschine Baidu aber wird aufgrund ihrer Größe und ihrer zentralen Bedeutung im chinesischen Internet von westlichen Beobachtern eine besondere Bedeutung beigemessen.

ssu

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