Roboterwagen Experte findet Waymo-Technologie in Uber-Fahrzeug

Die Google-Schwester Waymo wirft Uber vor, ihre Technologie bei autonomen Fahrzeugen zu nutzen. Nun fand ein Experte Hinweise, dass der Fahrdienstvermittler auch nach einer Einigung noch Waymo-Software einsetzt.

Waymo-Fahrzeug: Uber soll Technologie der Alphabet-Tochter genutzt haben
DPA

Waymo-Fahrzeug: Uber soll Technologie der Alphabet-Tochter genutzt haben


Der Fahrdienst-Vermittler Uber setzt in seinem Roboterwagen-Projekt offenbar doch noch Technologie der Google-Schwesterfirma Waymo ein. Zu diesem Schluss kam ein Experte, teilte Uber ohne weitere Details in seinem Quartalsbericht mit.

Waymo hatte Uber Ideendiebstahl vorgeworfen. Beide Seiten hatten den Streit im vergangenen Jahr eigentlich beigelegt. Teil der Einigung war allerdings der Einsatz des unabhängigen Experten, der Ubers Technik überprüfen sollte.

Dieser habe nun festgestellt, dass einige Funktionen der Roboterwagen-Software von Uber geistiges Eigentum von Waymo verletzen, heißt es in dem Quartalsbericht. Dies könne Lizenzzahlungen an Waymo bedeuten - oder Uber müsse seine Technologie ändern. Das könne viel Zeit und Anstrengungen erfordern und die Marktreife der Roboterwagen-Technologie weiter verzögern.

Waymo teilte mit, das Unternehmen werde weiterhin alle notwendigen Schritte unternehmen, damit vertrauliche Informationen der Firma nicht von Uber verwendet werden.

Vorwürfe gegen Google-Ingenieur

Im Mittelpunkt des Streits steht die Technik der sogenannten Laserradare - der rotierenden Geräte, mit denen die Fahrzeuge ihre Umgebung abtasten. Einer der führenden Spezialisten, der die Technologie zunächst für die Google-Roboterwagen und dann für die neugegründete Schwesterfirma Waymo entwickelte, ist Anthony L.

Er verließ Waymo Anfang 2016 und gründete das auf selbstfahrende Lastwagen spezialisierte Start-up Otto, das wenige Monate später für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft wurde. L. wurde danach zum Chef des Roboterwagen-Programms von Uber.

Im Februar 2017 verklagte Waymo Uber und gab an, L. habe vor seinem Abgang 14.000 Dokumente heruntergeladen. Uber bestritt stets, dass die vertraulichen Unterlagen jemals zum Fahrdienst-Vermittler gelangt seien.

Das Roboterwagen von Uber ist auch umstritten, weil eines der Autos bei einer Testfahrt im vergangenen Jahr eine Frau tötete, die ihr Fahrrad über eine mehrspurige Straße schob. Nach Feststellung US-amerikanischer Unfallermittler erkannte die Uber-Software zu spät, dass es zur Kollision kommen werde.

brt/dpa

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