Ende eines Streits Uber fusioniert in China mit dem Konkurrenten Didi

Teure Rabattschlachten, hohe Verluste: Uber steckt im Kampf um den chinesischen Markt zurück. Der US-Fahrdienstvermittler willigt ein, sein China-Geschäft mit dem lokalen Rivalen Didi Chuxing zu verbinden.
Verbund: Uber-Vormann Travis Kalanick, Didi-Chefin Jean Liu

Verbund: Uber-Vormann Travis Kalanick, Didi-Chefin Jean Liu

Foto: REUTERS

Der Fahrdienst-Vermittler Uber gibt nach Milliardenverlusten seinen Versuch auf, den chinesischen Markt im Alleingang zu knacken. Uber-Chef Travis Kalanick schrieb auf seiner Facebook-Seite, Uber lege sein China-Geschäft mit dem lokalen Rivalen Didi Chuxing zusammen. Der chinesische Konzern teilte mit, Didi werde alle Daten, Dienste und Vermögenswerte von Uber in China kaufen, darunter auch das Recht, die Marke Uber in China zu verwenden.

Über den Deal hatten zuerst die Finanzagentur Bloomberg und das Portal Recode berichtet. Auch das "Wall Street Journal" berichtete  von dem geplanten Zusammenschluss.

Uber und Didi hatten sich in China einen scharfen Wettbewerb mit massiven Rabatten geliefert, die für beide hohe Verluste bedeuteten. Branchenbeobachter schlossen bereits in den vergangenen Monaten nicht aus, dass die Rivalität mit einer Fusion enden könnte.

Ein zuverlässiger Dienst für die Städte in China, für die Fahrer und Passagiere sei nur möglich, wenn er auch profitabel sei, teilte Uber-Chef Kalanick mit. Die Fusion mache nun "substanzielle Ressourcen für mutige Imitativen frei, die sich auf die Zukunft der Städte - von der Technologie für selbstfahrende Autos bis hin zur Zukunft des Essens und der Logistik - fokussieren".

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Uber hatte sein China-Geschäft in eine separate Tochter ausgelagert, an der unter anderem auch der lokale Internetriese Baidu beteiligt ist. Investoren von Uber China bekämen bei dem Deal 20 Prozent an der neuen Firma, schrieb Kalanick. Bloomberg hatte zuvor berichtet, Didi investiere zudem eine Milliarde Dollar in Uber zu einer Bewertung von 68 Milliarden Dollar. Bewertungen entscheiden in Finanzierungsrunden über den Anteil, den Investoren für ihr Geld bekommen.

Die gemeinsame Firma in China hätte zusammen eine Bewertung von rund 35 Milliarden Dollar, berichtete Bloomberg. Zuvor hatte bereits Apple eine Milliarde Dollar in Didi Chuxing investiert.

Uber kostete die China-Expansion eine Milliarde Dollar im Jahr. Laut Bloomberg investierte das Start-up aus San Francisco zwei Milliarden Dollar in den Markt. Nach Angaben von Kalanick ist Uber derzeit in mehr als 60 Städten in China aktiv und vermittelt mehr als 40 Millionen Fahrten pro Woche.

Behörden "unterstützen und leiten" Fahrdienstvermittler

Weiteren Rückenwind dürfte die boomende Fahrdienstbranche in China derweil durch neue Gesetze erhalten. Während die Industrie bisher in einer Grauzone agierte, schaffte Peking vergangene Woche Fakten und erklärte die populären Fahrdienste für legal.

In neuen Richtlinien soll die Lokalregierung demnach festlegen, welche Qualifikationen Fahrer mitbringen müssen, wie sie bezahlt werden und wie hoch die Preise für die Benutzung der Dienste ausfallen dürfen.

Die Fahrdienste sollen demnach von den Behörden "unterstützt und geleitet" werden. Damit setzt sich China deutlich von Europa und den USA ab, wo Uber vielerorts auf rechtlichen Widerstand stößt.

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nis (mmo)/asa/dpa-afxp/rtr/AFP
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