Taxi-App Uber-Fahrer begehren auf

Tägliche Autowäsche, Ölwechsel, Versicherungen und erhöhte Abgaben? Uber-Fahrer protestieren in New York gegen die Dumpingpreise der Firma. In einem Punkt hat die Firma bereits eingelenkt.
Protestierende Uber-Fahrer in New York: "Respektiert uns!"

Protestierende Uber-Fahrer in New York: "Respektiert uns!"

Foto: © Lucy Nicholson / Reuters/ REUTERS

Hamburg - In Deutschland haben die Betreiber der Taxi-App Uber zwar vor Gericht einen Teilerfolg errungen - dafür bekommt das Unternehmen in den USA neue Probleme. Dort begehren die Fahrer gegen die Firmenvorgaben auf. Erst im März hat Uber die Provision für Fahrer des Premium-Dienstes UberBlack von 20 auf 25 Prozent erhöht, wenige Monate später gaben sie ihren Kunden einen Nachlass auf die regulären UberX-Fahrten von 20 Prozent, berichtet "Business Insider".  So sollte der Uber-Dienst endgültig günstiger werden als reguläre Taxi-Fahrten.

Das Preisdumping gehe allerdings vor allem zulasten der Fahrer, beschweren sich diese nun. Zu Beginn der Woche protestierten sie vor dem Firmensitz in New York. Dort hielten sie Schilder hoch: "Es reicht!", "Respektiert uns" und "Die Zeit der Diktatoren ist vorbei!", war darauf zu lesen.

"Seitdem Uber einen 20-Prozent-Nachlass auf alle Fahrten gegeben hat, verliere ich 200 Dollar jede Woche", sagt ein Fahrer dem Wirtschaftsblog. "Um das wieder rauszuholen müssen wir 20 Prozent mehr arbeiten, das bedeutet aber auch mehr Kilometer auf dem Tacho und mehr Kraftstoffverbrauch."

Ansicht der Uber-App: Fahrer begehren gegen die Firmenvorgaben auf

Ansicht der Uber-App: Fahrer begehren gegen die Firmenvorgaben auf

Foto: © Mario Anzuoni / Reuters/ REUTERS

Einige beklagen, dass sich die Arbeit für den Uber-Fahrdienst seit den Neuregelungen kaum noch lohne. "Wir müssen das Auto täglich waschen, lassen es ein Mal im Monat durchchecken, machen regelmäßige Ölwechsel und zahlen unsere Versicherungen", sagt ein anderer Demonstrant dem "Business Insider". Mit dem zusätzlichen Preisnachlass vor Abzug der Steuern bleibe für die Fahrer nicht mehr genug übrig.

UberX ist vergleichbar mit dem in Deutschland angebotenen Fahrservice Uber Pop, für den weder eine Lizenz noch ein bestimmtes Fahrzeug notwendig ist. Für das Premium-Angebot UberBlack müssen die Fahrer in den USA hingegen eine Taxi-Lizenz vorweisen und schwarze Limousinen fahren.

Am Freitag hatten sich die unzufriedenen Fahrer bereits in einem Park in Queens getroffen, um über ihre Situation und das weitere Vorgehen zu beraten. Etwa 200 Betroffene kamen zu dem Treffen, und beschlossen, gegen den App-Betreiber auf die Straße zu gehen, berichtet "Bloomberg".  Am Montag folgte dann der erste Protest, bis zu einem Einlenken von Uber soll es jede Woche zu ähnlichen Aktionen kommen. "Wir haben keine Gewerkschaft, deswegen müssen wir protestieren", sagte einer der Demonstranten zum "Business Insider".

In einem Punkt hat Uber schon eingelenkt: Die Fahrer des teureren UberBlack-Angebots müssen nicht mehr Fahrten von Gästen übernehmen, die nur einen UberX-Dienst angefordert hatten. Nun sollen sich die Fahrer aussuchen können, ob sich eine solche Fahrt für sie lohnt - und im Zweifelsfall darauf verzichten dürfen.

In Deutschland hatte das Landgericht Frankfurt in der vergangenen Woche erstmals einem Fahrer der Beförderungs-App ein direktes Fahrverbot erteilt. Nun haben die Richter jedoch die bereits zuvor verhängte einstweilige Verfügung gegen den Fahrdienst gekippt - allerdings aus formalen Gründen.

vks
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