Nach Sexismus-Vorwürfen Uber entlässt Technikchef

Nach den Sexismus-Vorwürfen einer ehemaligen Mitarbeiterin kennt Uber offenbar kein Pardon mehr. Der neue Technikchef des Unternehmens muss nach wenigen Wochen gehen.
Uber-Manager Amit Singhal

Uber-Manager Amit Singhal

Foto: Jeff Chiu/ AP

Uber hat einen weiteren Manager wegen Sexismus-Vorwürfen entlassen. Gegen den Technikchef Amit Singhal waren in den vergangenen Tagen Anschuldigungen bekannt geworden. Er soll demnach bei seinem früheren Arbeitgeber Google Frauen sexuell belästigt haben.

Singhal ist erst seit einigen Wochen bei dem Fahrdienstvermittler Uber tätig. Zuvor hatte er 15 Jahre für Google gearbeitet. Bei seiner Einstellung verschwieg er, dass Google interne Ermittlungen wegen sexueller Belästigung gegen ihn eingeleitet hatte. Singhal bestreitet die Vorwürfe vehement.

Erst vergangene Woche war Uber wegen Sexismus-Vorwürfen in die Schlagzeilen geraten. Die ehemalige Mitarbeiterin Susan Fowler hatte in einem Blog-Eintrag  auf die anscheinend geduldeten Sitten bei Uber aufmerksam gemacht und damit großes Aufsehen erregt.

Die Software-Entwicklerin beschrieb unter anderem, wie sie von ihrem Vorgesetzten bereits nach wenigen Tagen per Firmen-Chat ein Sexangebot erhielt. Als sie sich bei der Personalabteilung beschwerte, sei ihr lediglich angeboten worden, in einen anderen Bereich zu wechseln. Ihren Vorgesetzen trafen vorerst keine weiteren Konsequenzen, vermutlich, weil er für das Unternehmen zu wichtig war.

In Gesprächen mit anderen Mitarbeiterinnen habe sich herausgestellt, dass diese ähnliche Erfahrungen mit dem Mann gemacht hätten, schreibt Fowler. Auch deren Beschwerden seien von der Personalabteilung abmoderiert worden. Generell herrsche bei Uber ein sexistisches Arbeitsklima.

Auf Twitter kündigte Uber-Chef Travis Kalanick nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe ein hartes Durchgreifen an. "Was hier beschrieben wurde, ist abscheulich und widerspricht allem, woran wir glauben", teilte er mit. "Jeder, der sich so verhält oder glaubt, dass es okay ist, wird gefeuert."

Diese Ankündigung scheint er nun eisern einzuhalten. Obendrein soll der frühere US-Justizminister Eric Holder bei der Aufklärung der früheren Sexismus-Vorwürfe helfen.

Fälle von Diskriminierungen sind in der von Männern dominierten Arbeitswelt der Tech-Industrie des Silicon Valley nicht neu. Auch Kalanick selbst soll sich bereits abfällig gegenüber Frauen geäußert haben.

oks/afp
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