57 Millionen Menschen betroffen Uber hielt großen Hackerangriff geheim

Schon vor einem Jahr haben Kriminelle Daten von 57 Millionen Uber-Fahrgästen und Fahrern gestohlen. Erst jetzt berichtete das Unternehmen davon - es hatte den Hackern zuvor 100.000 Dollar gezahlt.
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Foto: REUTERS

Dem amerikanischen Fahrdienst-Vermittler Uber sind bereits vor gut einem Jahr Daten von rund 50 Millionen Fahrgästen gestohlen worden. Es gehe um Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von Nutzern rund um die Welt, sagte Unternehmenschef Dara Khosrowshahi. Außerdem hätten sich die Angreifer Zugriff auf Daten von etwa sieben Millionen Uber-Fahrern verschafft. Es seien aber keine Kreditkartendaten oder Informationen zu Fahrten gestohlen worden, hieß es von der Firma .

Uber räumte nun ein, dass über die Attacke weder Behörden noch Betroffene informiert worden seien. Stattdessen seien den Hackern 100.000 Dollar, umgerechnet rund 85.000 Euro, gezahlt worden, damit sie die gestohlenen Daten vernichten. Das berichteten der Finanzdienst "Bloomberg"  und die "New York Times". Die New Yorker Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren zum Hackerangriff ein.

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Uber geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die Informationen nicht verwendet wurden. Die Hacker seien durch eine schlecht geschützte Datenbank an die Informationen gekommen. Der Uber-Sicherheitschef Joe Sullivan wurde Unternehmensangaben zufolge diese Woche entlassen.

Besonders brenzlig für Uber könnte werden, dass die Hacker sich auch Zugriff auf Namen und Fahrerlaubnis-Nummern von rund 600.000 Fahrern in den USA verschaffen konnten. Führerscheine werden in Amerika oft als Ausweisdokumente verwendet - was die Daten für Betrüger wertvoll machen kann. Uber werde den Betroffenen nun helfen, nach einem möglichen Missbrauch der gestohlenen Daten Ausschau zu halten, kündigte Khosrowshahi an. Zugleich erklärte er, Uber habe seinerzeit die Zusicherung erhalten, dass die gestohlenen Daten vernichtet worden seien.

Die Vertuschung wirft einen weiteren Schatten auf die Führungszeit des langjährigen Uber-Chefs Travis Kalanick, die von vielen Skandalen geprägt war. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi erklärte am Dienstag: "Nichts davon hätte passieren dürfen, und wir werden nicht nach Ausreden dafür suchen." Er selbst habe erst vor Kurzem von dem Datendiebstahl erfahren, schrieb der seit Anfang September amtierende Khosrowshahi. "Ich kann die Vergangenheit nicht ausradieren, aber ich kann im Namen aller Uber-Mitarbeiter versprechen, dass wir aus unseren Fehlern lernen werden."

aar/dpa/AFP
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