Brüssel Taxifahrer halbieren aus Protest gegen Uber ihre Preise

Preiskampf als Protestaktion: In Brüssel haben Taxifahrer ihre Preise drastisch gesenkt. Die Aktion richtet sich gegen den umstrittenen US-Konkurrenten Uber.
Uber-App (Archivbild): Belgische Taxifahrer wehren sich gegen Billiganbieter

Uber-App (Archivbild): Belgische Taxifahrer wehren sich gegen Billiganbieter

Foto: Andrew Caballero-Reynolds/ AFP

Aus Protest gegen den US-Fahrdienst-Vermittler Uber haben Taxifahrer in Brüssel ihre Preise am Sonntag halbiert. Die Aktion war Medienberichten zufolge der Auftakt zu einer großen Demonstration, die für Mittwoch in der belgischen Hauptstadt geplant ist. Die Kundgebung soll im Europaviertel vor den Gebäuden der EU-Institutionen enden. Dazu werden auch Fahrer aus anderen europäischen Ländern erwartet.

Die Fahrer befürchten wegen der Konkurrenz von Uber einen Preisverfall. Bereits im März hatten Hunderte von ihnen in Brüssel demonstriert und mit ihren Autos ein Verkehrschaos ausgelöst. Uber vermittelt Fahrten über eine Smartphone-App. Der Fahrdienst ist deshalb umstritten und geriet in Konflikte mit dem Taxi-Gewerbe und Aufsichtsbehörden.

Vor allem ist ihnen der Service Uber Pop ein Dorn im Auge, bei dem Privatleute als Fahrer vermittelt werden. Das wird als Verzerrung des Wettbewerbs kritisiert. In Deutschland wurde das Uber-Geschäft durch mehrere Gerichtsentscheidungen stark eingeschränkt. Seit Mai setzt Uber in Deutschland verstärkt auf das Angebot Uber X mit Mietwagen und professionellen Fahrern.

Sammelklage gegen Uber in den USA

In den USA hatte ein kalifornisches Gericht vor zwei Wochen eine Sammelklage von Uber-Fahrern zugelassen. In San Francisco, dem Sitz von Uber, hatten zuvor mehrere Fahrer das Unternehmen verklagt. In dem Rechtsstreit geht es um die Frage, ob die Amateur-Chauffeure von Uber als Angestellte des Unternehmens eingestuft werden oder als Auftragnehmer. Als Angestellte hätten die Fahrer unter anderem Anspruch auf Sozialleistungen, was für Uber und ähnliche Dienste wie Lyft und Handy deutlich höhere Kosten mit sich bringen würde.

Uber kündigte Berufung gegen die Entscheidung von Bundesbezirksrichter Edward Chen an. Das Unternehmen teilte mit, ohnehin könne sich nur ein Bruchteil der 160.000 Uber-Fahrer in Kalifornien einer derartigen Sammelklage anschließen. Eine Vertreterin der Kläger wies dies zurück und sagte, "viele Tausende" Fahrer würden sich beteiligen. Sie sprach von einem "wichtigen Sieg".

Uber sieht sich mit seinem Dienst Uber Pop lediglich als Vermittler von Fahrdiensten und findet die Einstufung der Fahrer als ungebundene Vertragspartner deshalb korrekt. Die Firma behauptet, von der Mehrheit der Fahrer unterstützt zu werden und versuchte, das vor Gericht mit Hunderten Stellungnahmen zu belegen.

Im Video: Das Geschäftsmodell Uber

mxw/dpa