Börsengang Uber legt Ausgabepreis auf 44 bis 50 Dollar fest

Der Fahrdienstvermittler Uber will mit seinem Börsengang bis zu neun Milliarden Dollar einnehmen. Der Finanzdienstleister PayPal plant, Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zu kaufen.

Uber-Logo auf dem New Yorker LaGuardia-Flughafen (Archiv)
Seth Wenig/ AP/ DPA

Uber-Logo auf dem New Yorker LaGuardia-Flughafen (Archiv)


Der US-Fahrdienstvermittler Uber will bei seinem Börsengang Einnahmen von bis zu neun Milliarden Dollar erzielen. Das Unternehmen legte die Preisspanne für die Aktien auf 44 bis 50 US-Dollar fest. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor .

Damit strebt Uber in einem der weltgrößten Börsengänge seit Jahren eine Bewertung von bis zu 90 Milliarden Dollar an. Zwischenzeitlich hatten Banken, die mit der Vorbereitung des Börsengangs betraut werden wollten, Uber laut US-Medien bereits eine Gesamtbewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Uber will seine Aktien an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel "UBER" listen lassen. Das Börsendebüt wird für Anfang Mai erwartet. Es wäre das größte, seitdem der chinesische Amazon-Rivalen Alibaba im Jahr 2014 an die Börse ging.

Insgesamt will das 2009 gegründete Start-up 180 Millionen Anteilsscheine bei Anlegern platzieren, wodurch je nach erzieltem Stückpreis ein Erlös von 7,9 bis 9,0 Milliarden Dollar herauskäme.

Paypal steigt mit 500 Millionen Dollar ein

Der Finanzdienstleister PayPal will der Mitteilung zufolge bei Uber einsteigen und im Zuge einer Privatplatzierung Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar erwerben. Die beiden Unternehmen wollen künftig bei Bezahldiensten enger zusammenarbeiten und unter anderem eine digitale Geldbörse entwickeln.

Uber macht operativ Verlust, lockt Anleger jedoch mit starkem Wachstum. 2018 stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Das Start-up wies zwar einen Nettogewinn von knapp einer Milliarde Dollar aus, der ergab sich jedoch aus einem Sondererlös durch den Verkauf von Teilen des internationalen Geschäfts im ersten Quartal 2018. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel ein Minus von 1,85 Milliarden Dollar an.

Das Start-up besorgte sich in den vergangenen zehn Jahren viel Geld bei Investoren für sein aggressives globales Wachstum. Zugleich geriet die Firma dadurch in viele Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche. Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste nach einer Skandalserie gehen. Sein Nachfolger Dara Khosrowshahi brachte Stabilität in die Firma und versucht, Uber ein freundlicheres Image zu geben.

Im März ging auch Ubers kleinerer Rivale Lyft an die Börse, der bisher nur in den USA und Kanada aktiv ist. Lyft schraubte den Ausgabepreis seiner Aktien bis auf 72 Dollar hoch, der Börsengang galt zunächst als Erfolg, doch in den vergangenen Wochen geriet der Kurs stark unter Druck. Analysten vermuten, dass dies auch ein Grund für Ubers eher vorsichtig gesetztes vorläufiges Ziel beim Emissionserlös ist. Die beiden Kontrahenten hatten sich über Monate einen Wettlauf geliefert, wer zuerst an die Börse geht.

brt/Reuters/dpa



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login37 26.04.2019
1. Es ist eine Wette
Wie meistens am Kapitalmarkt korrelieren Chance und Risiko. Beides ist beim Uber-Börengang außergewöhnlich hoch. Das was Uber heute macht, nämlich private Fahrten vermitteln und ob Uber nun Gewinne einfährt oder nicht, ist alles völlig irrelevant für die Bewertung von Uber. Uber sammelt heute die Daten und baut heute an den Systemen (Server, Software, Apps, ...) um in der Pole-Position zu sein, wenn autonomes Fahren funktioniert und Mobility as a Service möglich wird. Das wird ein Markt mit Milliarden Kunden weltweit sein, die monatlich im Schnitt 3stellige Eurobeträge dafür ausgeben (und dabei immer noch die Hälfte gegenüber einem eigenen Auto sparen). Sollte sich Uber einen signifikanten teil an dem Markt sichern können, wird langfristig ein Unternehmenswert möglich sein, der Google, Amazon und Co. übertrifft. Genau so ist ein mögliches Szenario, dass das Uber nicht gelingt und der Laden in 5-10 Jahren nicht existiert. Sprich Totalverlust. Google, Tesla, die Autobauer und einige mehr wurden gern auch ein großes Stück von diesem gigantischen Markt bekommen.
VadidWyle 26.04.2019
2. Hmmm...
Mir ist immer noch nicht klar, warum UBER-Fahrer kene Prüfungen bestehen müssen, wie sie für Taxifahrer vorgeschrieben sind. Wo bleibt da die rechtliche Unvparteilichkeit?
Theya 26.04.2019
3. Erstaunlich
dass ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell das Ignorieren bestehender Gesetze zum Personentransport als zentralen Mittelpunkt hat, es so weit gebracht hat. Andererseits könnten wohl auch sämtliche Paketdienste dicht machen, wenn deren Fahrer anfingen, sich an sämtliche Verkehrsregeln (Parken) zu halten...
Alpe 26.04.2019
4.
Zitat von VadidWyleMir ist immer noch nicht klar, warum UBER-Fahrer kene Prüfungen bestehen müssen, wie sie für Taxifahrer vorgeschrieben sind. Wo bleibt da die rechtliche Unvparteilichkeit?
Auf der Strecke! Wie so Vieles in der Sharing Economy...
hh1 26.04.2019
5. Es wird eng...
...für Taxi Fahrer. Aber wurde auch Zeit, das dieser Berufszweig freigegeben wird. Häh, Taxi-Prüfung? Leute, echt jetzt? Wieviele Leiharbeiter ohne Ausbildung sind in Betrieben heute unterwegs. Warum soll das Taxigewerbe geschützt bleiben. Und kennt jemand diese Prüfung? Das ist keine Ausbildung über Jahre....das ist ein WITZ. Wer das Uber-System kennt, weiß das man nur solange auch UBER-Fahrer bleibt, wie auch die positiven Feedbacks bei der Bewertung nach einer Fahrt überwiegen. Ansonsten war man längste Zeit UBER-Fahrer. Es wird sich innerhalb kürzester Zeit ein Gewerbe bilden, welches den Gast hofiert, was man heute vom Taxi-Fahrer leider nicht geboten bekommt. Freundlichkeit! Ich freu mich.
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