Fahrdienstvermittler Uber macht 5,2 Milliarden Dollar Verlust

Für Uber ist es das erste Quartal an der Börse - und der Fahrdienstvermittler meldet einen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar. Es gibt aber auch Anlass zur Hoffnung.

Uber machte im vergangenen Quartal hohe Verluste - das wirkte sich an der Börse aus
Kacper Pempel / REUTERS

Uber machte im vergangenen Quartal hohe Verluste - das wirkte sich an der Börse aus


Der Fahrdienstvermittler Uber hat im vergangenen Quartal einen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar gemacht. Das lag vor allem an der Start-up-Praxis, Mitarbeiter mit Aktien zu bezahlen. Allein auf diese mit dem Börsengang verbuchte Aktienvergütung entfielen 3,9 Milliarden Dollar.

Laut "New York Times" war der Verlust Ubers innerhalb eines Quartals noch nie so groß. Zudem verzeichnete das Unternehmen laut der Zeitung das langsamste Umsatzwachstum seiner Geschichte. Der Umsatz mit den Fahrdiensten wuchs im Jahresvergleich lediglich um zwei Prozent auf 2,29 Milliarden Dollar.

Analysten hatten zwar mit der Entwicklung gerechnet, die Börse reagierte dennoch ziemlich negativ. Die Uber-Aktie verlor im nachbörslichen Handel am Donnerstag zunächst mehr als zwölf Prozent, mit der Zeit schmolzen die Verluste auf ein Minus von gut vier Prozent.

Das ist Uber: Der Konzern in Grafiken

Ein Lichtblick war das Geschäft mit der Essenszustellung: Die Erlöse bei Uber Eats sprangen im Jahresvergleich um 72 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Das half, den Konzernumsatz um 14 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Dollar zu steigern. Für Uber-Verhältnisse war das allerdings ein sehr langsames Wachstum. Im Vorjahresquartal lag der Uber-Verlust bei 878 Millionen Dollar - jetzt wären es selbst ohne die zusätzliche Belastung durch die Aktienvergütung rund 1,3 Milliarden Dollar gewesen.

Bereits im ersten Quartal 2019 hatte Uber einen Milliardenverlust gemeldet. Das operative Geschäft des Taxikonkurrenten ist chronisch unprofitabel, an der Börse hat das Unternehmen einen schweren Stand.

ptz/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
mopsfidel 09.08.2019
1. Die einzigen Ausgaben: Mitarbeiter und Werbung
Das Unternehmen zahlt für keine eigenen Autos, für keine eigenen Werkstätten, für keine eigene Infrastruktur. Es wird hochgradig Geld verbrannt in der Hoffnung, damit die komplette Konkurrenz links zu überholen. Und dies in Rekordzeit. Mal sehen ob dieser letzte Dino des Turbokapitalismus erfolgreich wird.
thequickeningishappening 09.08.2019
2. Wow, Renditen wie damals am "Neuen Markt"
Und Die Mitarbeiter werden mit selbstgedrucktem Geld (Eigene Aktien) bezahlt.
GeorgeDI 09.08.2019
3.
Vielen Dank für die Infos!
bmvjr 09.08.2019
4. Schon irre
wie zugelassen wird, dass ein Unternehmen mit einem Quartalsverlust von ueber 5 Milliarden ueberhaupt als Unternehmen bestehen bleibt. Da wird auf Hoffnung und Zukunftsphantasien gebaut, echte Substanz und wirtschaftliche Grunddaten ignoriert. Mal ganz abgesehen davon, dass in den 5,2 Milliarden der Schaden, den dieses "Unternehmen" fuer herkoemmliche Taxiunternehmen angerichtet hat gar nicht erwaehnt wird.
Stäffelesrutscher 09.08.2019
5.
»... Fahrdienstvermittler meldet einen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar. Es gibt aber auch Anlass zur Hoffnung.« Ich hätte ja eher gedacht, die Hoffnung bestehe gerade darin, dass Uber derartige Schulden macht, dass sein Geschäftsmodell bald platzt.
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