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11. Juli 2012, 14:02 Uhr

Verdacht auf Geldwäsche

Razzia bei Schweizer Großbank UBS

Französische Steuerfahnder haben offenbar Büros der Schweizer UBS durchsucht. Laut Nachrichtenagentur Reuters waren auch Privatwohnungen mehrerer Manager das Ziel der Fahnder. Dem Institut wird Geldwäsche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Bordeaux - Der französische Präsident François Hollande hatte angekündigt, Banken und Reiche ins Visier zu nehmen. Dies ist womöglich der erste Schlag: Französische Steuerfahnder haben nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch Büros der Großbank UBS in Lyon, Bordeaux und Straßburg durchsucht. Dem größten Schweizer Geldinstitut wird Geldwäsche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen. Auch die Privatwohnungen mehrerer UBS-Manager seien durchsucht worden, so ein Insider.

Ein Sprecher der UBS sagte, die Bank arbeite mit den Behörden zusammen. Weitere Angaben zum Vorgehen der französischen Behörden wollte er aber nicht machen. Französische Behördenvertreter wollten sich unter Hinweis auf die laufenden Untersuchungen ebenfalls nicht äußern.

Der Großbank wurde in der Vergangenheit in französischen Medien vorgeworfen, reiche Kunden dazu angestiftet zu haben, Milliardenbeträge aus Frankreich in die Schweiz zu schaffen.

Bereits am Dienstag hatten Steuerfahnder in der Bundesrepublik Wohnungen deutscher Kunden der Schweizer Bank Credit Suisse durchsucht. Über eine Tochterfirma auf den Bermuda-Inseln sollen Tausende Kontoinhaber Teile ihres Vermögens vor dem Fiskus verborgen haben.

lei/Reuters

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