UBS-Steueraffäre Kunde packt vor US-Gericht aus

Im Skandal um Steuerhinterziehung bei der UBS kommen neue Details ans Tageslicht: Ein Kunde hat vor einem amerikanischen Gericht ausführlich ausgesagt. Mitarbeiter der Bank hätten ihm unter anderem geholfen, mit Konten auf den Cayman-Inseln Geld am Fiskus vorbeizuschleusen.


Washington - Um mindestens eine Million Dollar wollte ein US-Bürger den amerikanischen Fiskus betrügen. Dafür suchte er sich offenbar Hilfe: bei der Schweizer Großbank UBS. Vor dem kalifornischen Bezirksgericht sagte er aus, die Mitarbeiter der Bank hätten ihm geholfen, ein System zur Steuerhinterziehung aufzubauen - mit Konten unter anderem auf den Cayman-Inseln oder in Liechtenstein. Die Aussage hat die US-Justiz im Internet veröffentlicht.

UBS-Filiale in New York: Beihilfe zur Steuerhinterziehung?
REUTERS

UBS-Filiale in New York: Beihilfe zur Steuerhinterziehung?

Aus Geschäften in den USA hat der Kunde nach eigenen Angaben mindestens eine Million Dollar - umgerechnet rund 700.000 Euro - auf ausländische Konten überwiesen und dies nicht den Behörden gemeldet. UBS-Mitarbeiter hätten ihm demnach bei der Konstruktion und der Betreuung eines komplexen Systems zur Steuerhinterziehung unterstützt.

Die "NZZ am Sonntag" hatte am Wochenende berichtet, dass die UBS Konten von 5000 mutmaßlichen Steuerflüchtlingen aus den USA preisgibt. Darauf hatten sich US-Justiz und UBS in einem Vergleich geeinigt. Denn die amerikanischen Behörden hatten der Bank mit einer Klage gedroht, um sie zu zwingen, Zehntausende Kundendaten herauszugeben.

UBS verwies auf das Schweizer Bankgeheimnis und lehnte es ab, die Namen von bis zu 52.000 US-Bürgern zu nennen, die mutmaßlich mit Hilfe des Instituts ihr Vermögen auf Auslandskonten vor dem Fiskus versteckt haben.

Nach Informationen der "New York Times" sieht die außergerichtliche Vereinbarung nun allerdings vor, dass die UBS die Daten jener US-Kunden herausgibt, die zum Zweck der Steuerhinterziehung ein Auslandskonto eröffnet haben und dabei eine bestimmte Einlagesumme überschritten.

kgp/AFP



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