Übernahme durch Deutsche Bank Postbank verschwindet aus dem MDax

Die Deutsche Bank hat ihr Ziel erreicht und 52 Prozent an der Postbank sicher. Deshalb wird die einstige Post-Tochter wohl aus dem MDax fliegen.

Postbank-Zentrale: 39,5 Prozent der Anteile hält die Deutsche Post
DPA

Postbank-Zentrale: 39,5 Prozent der Anteile hält die Deutsche Post


Frankfurt am Main - Es ist eine Degradierung, aber sie ist zwangsläufig: Die Postbank dürfte nach der Übernahme durch die Deutsche Bank Chart zeigen bald aus dem Nebenwerte-Index MDax herausfallen. Das größte deutsche Geldhaus sicherte sich knapp 52 Prozent an der Postbank, wie das Institut am Montag mitteilte. Weil die Deutsche Post weitere 39,5 Prozent, liegt der für die Zugehörigkeit zum MDax relevante Streubesitz unter der entscheidenden Schwelle von zehn Prozent.

Daher werde die Deutsche Börse die Postbank Chart zeigen wohl aus dem Index nehmen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen sagten. Ein Börse-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern. Favorit als MDax-Nachfolger ist Analysten zufolge das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen. Die Aussicht auf den Abstieg aus dem Index drückte die Aktie am Montag um fast fünf Prozent auf 22,80 Euro. Im Gegenzug stiegen die Papiere von Deutsche Wohnen um gut vier Prozent.

Die Deutsche Bank will die Postbank noch in diesem Jahr in die Bücher nehmen und damit die Abhängigkeit vom Investmentbanking reduzieren. Die Frankfurter Bank wird ihren Anteil zunächst auf 49,95 Prozent deckeln, indem sie die darüber hinausgehenden Aktien unter anderem an das französische Geldhaus Société Générale verkauft. Damit umgeht sie lange Wartefristen bis zur Freigabe der Übernahme durch die US-Kartellbehörden, kann die Postbank aber dennoch in die Bilanz nehmen.

Den Anteil der Post bekommt die Bank über eine Pflichtumtauschanleihe und Optionen ab Februar 2012. Dann kann sie auch einen Beherrschungsvertrag abschließen. Die Kleinaktionäre herausdrängen und die Postbank von der Börse nehmen kann sie dagegen erst, wenn sie von Société Générale die restlichen Aktien zurückkauft.

böl/Reuters



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