Energiekonzern EU-Kommission erlaubt Siemens Milliardendeal

Die EU-Wettbewerbskommission erlaubt die Übernahme der US-Energietechnikfirma Dresser-Rand durch Siemens - diese kostet den Elektrokonzern 7,8 Milliarden Dollar. Blöd nur: Der Deal war bei einem deutlich höheren Ölpreis ausgehandelt worden.
Siemens-Logo: Umfassendes Portfolio für die Öl- und Gasindustrie

Siemens-Logo: Umfassendes Portfolio für die Öl- und Gasindustrie

Foto: MICHELE TANTUSSI/ AFP

Der Elektrokonzern Siemens steht vor Abschluss seiner umstrittenen Milliarden-Übernahme in den USA: Die EU-Kommission hat Siemens grünes Licht für den Kauf des US-Kompressorenherstellers Dresser-Rand gegeben. Diesen lässt sich Siemens 7,8 Milliarden Dollar kosten.

Man sei überzeugt, "dass der Zusammenschluss nicht zu Lasten der europäischen Verbraucher geht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die obersten Wettbewerbshüter Europas hatten zunächst Bedenken gehabt, dass es nach der Übernahme zu wenig Konkurrenz auf dem Markt geben würde. Diese Bedenken hätten sich bei der genauen Untersuchung aber zerstreut.

Einschließlich ausstehender Schulden von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar von Dresser-Rand beläuft sich der Kaufpreis auf 7,8 Milliarden Dollar. Damit ist es der teuerste Zukauf für Siemens seit Langem. "Mit Dresser-Rand verfügen wir nun über ein umfassendes Portfolio an Ausrüstung und Fähigkeiten für die Öl- und Gasindustrie und eine deutlich größere installierte Basis", erklärte Siemens-Energievorstand Lisa Davis. Bereits bis zum Dienstag will der Konzern das Geschäft abschließen.

Branche spart und baut Stellen ab

Zeitlich ist der Deal für Siemens blöd gelaufen: Konzernchef Joe Kaeser hatte die Übernahme, mit der er vom Fracking-Boom in den USA profitieren wollte, ausgerechnet kurz vor einem drastischen Ölpreisverfall ausgehandelt. Inzwischen muss die Branche sparen und baut auch Stellen ab, was für Kritik am hohen Kaufpreis sorgte.

Siemens-Managerin Davis verteidigte das Geschäft. Angesichts der niedrigen Ölpreise suchten die Kunden verstärkt nach Wegen, ihre Kosten zu senken. "Das eröffnet uns trotz der Herausforderungen des niedrigen Ölpreises auch Chancen, da wir uns auf Angebote zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung verstärkt konzentrieren werden", so Davis. "Die langfristige Wachstumsgeschichte bei Öl und Gas ist intakt."

Sowohl Siemens als auch Dresser-Rand produzieren Gas- und Dampfturbinen sowie Elektromotoren. Die Abnehmer dieser Maschinen sind hauptsächlich in der Öl- und Gaswirtschaft tätig. Dresser-Rand mit rund 7900 Beschäftigten kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Dollar. Großer Konkurrent von Siemens und Dresser-Rand ist der US-Konzern General Electric.

kpa/dpa
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