Übernahmeangebot Finanzinvestor Advent greift nach Douglas

Der US-Finanzinvestor Advent sichert sich die Mehrheit am deutschen Handelskonzern Douglas. Die Amerikaner legten ein Angebot für das Unternehmen vor, zu dem neben der Parfümeriekette auch der Buchhändler Thalia gehört. Mehr als die Hälfte der Eigentümer habe bereits ihre Zustimmung erklärt.

Parfümeriekette Douglas: Die Geschäfte laufen besser als im Buchhandel
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Parfümeriekette Douglas: Die Geschäfte laufen besser als im Buchhandel


Hagen - Bei Douglas geht ein monatelanger Machtkampf zu Ende. Der US-Finanzinvestor Advent einigte sich mit der Gründerfamilie Kreke auf eine Übernahme des Unternehmens. Dazu wollen die Amerikaner den bisherigen Aktionären einen Preis von 38 Euro je Aktie zahlen. Das Geschäft kommt allerdings nur zustande, wenn mindestens 75 Prozent der Eigentümer zustimmen. Der SPIEGEL hatte bereits über den geplanten Einstieg berichtet.

Einen Großteil der Stimmen hat der Finanzinvestor offenbar bereits sicher. 50,5 Prozent hätten ihre Zustimmung gegeben, teilte der Investor mit. Die Familie Kreke sowie die Großaktionäre Oetker und Müller hätten vertraglich zugesichert, das Angebot zum angekündigten Preis anzunehmen beziehungsweise ihre Aktien zu veräußern. Mit Vollzug des Übernahmeangebots werde sich die Familie Kreke wiederum indirekt mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft mit dem Namen Beauty Holding Three AG beteiligen.

Gemeinsam sollen Wachstumschancen genutzt werden, heißt es in einer Mitteilung beider Seiten. Wichtigstes Ziel sei es, das Wachstum der Parfum- und Schmucksparte gemeinsam mit dem Management beschleunigt voranzutreiben. Im Vordergrund stehe eine größere Marktpräsenz im In- und Ausland. Die Sanierung der Buchkette Thalia werde fortgesetzt.

Douglas kämpft seit Monaten gegen fallende Gewinne, die Buchhandelssparte Thalia leidet unter der wachsenden Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon. Dagegen laufen die Christ-Juweliergeschäfte und die Parfümerien deutlich besser.

stk/dpa/dapd



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Lurchfreund 15.10.2012
1. Toll!
Douglas ist also pleite. Gehe mal stark davon aus, dass Advent sich das nötige Kapital per Leverage-Geschäft besorgt. Advent selbst selbst dürfte nur etwa 3-10% beisteuern, höchstens 20.000.000€. Hinterher werden die Schulden und Zinslasten auf das Unternehmen Douglas übertragen, Advent wird als "Berater" tätig und vermutlich mindestens 50-100 Millionen € bei Douglas abgreifen (für "finanzielle Beratung"...). Danach wird filetiert und die einzelnen Unternehmensteile möglichst gewinnbringend verkauft, um die Banken zu bezahlen, die durchs Leveraging mit ins Boot geholt wurden. Advent hat zu diesem Zeitpunk vermutlich 100-500 Millionen € verdient und Douglas existiert nicht mehr. Wäre ich Douglas-Mitarbeiter würde ich mir so langsam einen neuen Job suchen.
sunrise560 15.10.2012
2. nicht zu fassen!
@Lurchfreund Douglas ist mit nichten "pleite". Bevor Sie so einen unqualifizierten Unsinn in die Welt setzen, sollten Sie sich wenigstens die Mühe machen und sich über den Hintegrund dieser Transaktion informieren. Kann man auch im SPIEGEL lesen.Sie sollten wenigstens die intellektuellen Mindestanforderungen erfüllen, bevor Sie hier kommentieren!
detisknorkewa 15.10.2012
3. und was soll ich dann machen?
Zitat von LurchfreundDouglas ist also pleite. Gehe mal stark davon aus, dass Advent sich das nötige Kapital per Leverage-Geschäft besorgt. Advent selbst selbst dürfte nur etwa 3-10% beisteuern, höchstens 20.000.000€. Hinterher werden die Schulden und Zinslasten auf das Unternehmen Douglas übertragen, Advent wird als "Berater" tätig und vermutlich mindestens 50-100 Millionen € bei Douglas abgreifen (für "finanzielle Beratung"...). Danach wird filetiert und die einzelnen Unternehmensteile möglichst gewinnbringend verkauft, um die Banken zu bezahlen, die durchs Leveraging mit ins Boot geholt wurden. Advent hat zu diesem Zeitpunk vermutlich 100-500 Millionen € verdient und Douglas existiert nicht mehr. Wäre ich Douglas-Mitarbeiter würde ich mir so langsam einen neuen Job suchen.
douglas gibt's bald nicht mehr?! übermorgen ist doch schon wieder weihnachten. woher bekomme ich dann die ganzen präsent parfüms für kreti und pleti einschließlich der buckeligen verwandtschaft? :-(
Lurchfreund 16.10.2012
4. Tja, die Ironie...
Zitat von sunrise560@Lurchfreund Douglas ist mit nichten "pleite". Bevor Sie so einen unqualifizierten Unsinn in die Welt setzen, sollten Sie sich wenigstens die Mühe machen und sich über den Hintegrund dieser Transaktion informieren. Kann man auch im SPIEGEL lesen.Sie sollten wenigstens die intellektuellen Mindestanforderungen erfüllen, bevor Sie hier kommentieren!
Das war eine "Spitze" oder auch eine Polemik! Natürlich ist Douglas nicht pleite. Noch nicht, wohlgemerkt. Das bis auf wenige Ausnahmen sämtliche gesunde Firmen, bei denen ein "Investor" wie Advent, Blackstone, Bain und Co. die Aktienmehrheit übernommen haben, nach wenigen Jahren finanziell ausgeblutet waren, ist eine unangenehme Wahrheit. Gibt viele Bücher, die sich mit Leverage-Geschäften beschäftigen. Meine Aussage, dass "Douglas pleite ist", ist schlicht eine Vorwegnahme dessen, was innerhalb der nächsten Jahre mit dieser Firma vermutlich geschehen wird. Ähnlich wie z.B. mit Grohe, ATU Unger oder auch diversen privatisierten Betrieben, die vorher zu Stadtwerken gehörten (Wasserwerke, Abfallentsorgung, Kläranlagen) und an Investoren verkauft wurden. Oder RJR Nabisco (Camel)... Advent wird sicherlich gut verdienen, die Aktionäre natürlich auch. Selbstverständlich auch die Banken, die mit ihren Krediten (LBO) Advent den Kauf erst ermöglichen. Für Douglas als Firma ist dieses Geschäft allerdings eher schlecht. Wie diese Art Geschäft meist verläuft, habe ich in meinem ersten Post schon geschrieben, wobei Sie offensichtlich entweder nicht soweit gelesen haben und deswegen den Kontext bzw. die Polemik mit dem Begriff der "Pleite" nicht verstanden haben oder ganz allgemein nicht viel von dieser Art von Geschäften verstehen. Wie auch immer, ich empfehle Ihnen die Lektüre von: "Barbarians at the Gate" von Brian Burrough " King of Capital: The Remarkable Rise, Fall and Rise Again of Steve Schwarzman and Blackstone" von David Carey, John E. Morris Könnte Ihren Horizont wirklich erweitern. Gibt noch mehr eher kritische Werke bezüglich LBOs (leveraged buyouts). Ich bezweifle, dass Advent als Private Equity Firma bei Douglas eine "normale" (venture capital oder growth capital) Investition plant. Für ein Venture-Geschäft ist Douglas zu groß und zu alt während für ein Capital-Growth-Investment die Übernahme der Aktienmehrheit keinen Sinn macht. Bleibt also eigentlich nur ein LBO-Investment als Ziel für Advent. Wie LBOs funktionieren und ablaufen hatte ich im ersten Post schon geschrieben. Wenn Sie Ironie und Sarkasmus nicht verstehen, was offensichtlich der Fall ist, und dann auch noch andere Poster beleidigen bzw. Dummheit unterstellen, dann gibt es allerdings kaum einen Grund, weiter darüber zu diskutieren. Ich empfehle Ihnen eine Lektüre des Knigge und evtl. noch die Lektüre einiger ökonomischer Werke (siehe Beispiele...), die sich mit den Auswirkungen von Finanzinvestoren beschäftigen.
bansky 16.10.2012
5. Als erstes...
,,,wird Thalia in irgendeiner Form betroffen sein. Entweder durch weitere Filialschließungen oder durch den Ausschluss aus der Holding. Irgendwie kein Wunder, bei dem Eier-Kurs, den Management-Nachwuchs Busch dort gerade propagiert und produziert. Statt die Stärken des Unternehmens im Wettbewerb (Service!) zu fördern, wird in wildem Aktionismus ein Flickenteppich an Maßnahmen ausgeworfen - mit der Hoffnung, dass eine davon greift. Aber Service ist ja bekanntermaßen mit Personal verbunden. Das suche ich in den permanent unterbesetzten Filialen mit lediglich unterbezahlten Kassenkräften vergeblich.
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