Übernahmekampf um Dell Investor Icahn erleidet Schlappe vor Gericht

Rückschlag für den Managerschreck: Ein US-Gericht lehnte einen Antrag des Dell-Großaktionärs Carl Icahn ab, die Übernahme des Computerherstellers durch seinen Gründer Michael Dell auszubremsen. Nun können die Aktionäre Mitte September über den Plan abstimmen.
Investor Carl Icahn: Eilverfahren gegen Aktionärsabstimmung ist gescheitert

Investor Carl Icahn: Eilverfahren gegen Aktionärsabstimmung ist gescheitert

Foto: CHIP EAST/ REUTERS

Wilmington - Im erbittert geführten Übernahmekampf um Dell   hat Großaktionär Carl Icahn eine juristische Schlappe erlitten. Ein US-Gericht in Delaware wies am Freitag einen Antrag auf ein Eilverfahren des Milliardärs ab, mit dem er die geplante 25 Milliarden Dollar schwere Übernahme des schwächelnden Computerbauers durch den Chef und Gründer Michael Dell torpedieren wollte. Dell will das Unternehmen vollständig übernehmen, von der Börse nehmen und dann in Ruhe sanieren.

Icahn wirft Dell und dem Direktorium vor, durch Annahme eines zu niedrigen Gebots von Michael Dell ihre treuhänderischen Pflichten verletzt zu haben. Der zuständige Richter Leo Strine wies die Beschuldigungen zurück. Icahn wollte mit der Klage den Termin am 12. September verzögern, an dem die Aktionäre über Michael Dells Offerte abstimmen sollen. Das Votum darüber wurde bislang schon mehrfach verschoben.

Viele einflussreiche Aktionäre wie Icahn machen gegen die Offerte Stimmung. Sie halten diese für zu niedrig, obwohl Dell das Angebot erst kürzlich erhöht hat. Der Milliardär Icahn ist als aggressiver Investor bekannt, der die Unternehmen, an denen er sich beteiligt, häufig zu teuren Aktienrückkäufen zwingt. Zuletzt hat seine Beteiligung an Apple für Aufsehen gesorgt.

Michael Dell will sein Unternehmen nach dem Vorbild von IBM   verstärkt auf das lukrativere Service-Geschäft für Unternehmenskunden ausrichten und ein Gesamtprodukt aus Hardware, Software und Dienstleistungen anbieten.

Im Vergleich zu IBM und auch Hewlett-Packard   ist Dell mit diesem Vorhaben aber reichlich spät dran. Der Trend zu mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets setzt dem Hersteller von PCs immer schärfer zu. Trotz stabiler Umsätze brach der Gewinn im zweiten Quartal 2013 um fast drei Viertel auf 204 Millionen Dollar ein.

ade/Reuters/AP
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