Übernahmemanöver Volkswagen kauft Mehrheit an MAN

Die Bahn ist frei für eine paneuropäische Allianz auf dem Lkw-Markt: Volkswagen hält nun knapp 56 Prozent der Anteile am Münchner Lastwagenbauer MAN. Damit kann VW-Patriarch Piëch auch die lange geplante Kooperation mit Scania angehen.
MAN-Logo: Der Kurs sank unter den Angebotspreis

MAN-Logo: Der Kurs sank unter den Angebotspreis

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Wolfsburg/München - Neue Mehrheitsverhältnisse bei MAN: Volkswagen halte nun 55,9 Prozent am Münchner Lkw-Konzern, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Mai hatte VW überraschend seine Anteile an MAN auf mehr als 30 Prozent erhöht und musste ein Pflichtangebot abgeben. Die Frist für die Annahme des Angebots war am vergangenen Mittwoch abgelaufen.

Der Kurs der MAN  -Aktie war in den Tagen zuvor deutlich unter den Angebotspreis gesunken. Händler könnten die Papiere günstig gekauft und dann zum Angebotspreis von 95 Euro VW angedient haben, hieß es aus Finanzkreisen.

Volkswagen hatte zunächst mindestens 35 bis 40 Prozent der Anteile an MAN bekommen, um kartellrechtliche Hürden für eine enge Kooperation mit der schwedischen Tochter Scania aus dem Weg zu räumen. Ferdinand Piëch, der Aufsichtsratschef bei VW und MAN ist, plant sei langem eine Lkw-Allianz beider Unternehmen unter dem Dach von VW. Noch in der vergangenen Woche hatte Piëch dabei einen Rückschlag erlitten: Auf Druck der EU-Kommission zog VW mehrere Kandidaten für den MAN-Aufsichtsrat zurück.

dab/dpa-AFX
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