Übernahmen Chinesische Investoren in Deutschland immer beliebter

Ihren Ruf als Raubtierkapitalisten haben chinesische Investoren inzwischen überwunden. In Deutschland sind sie gern gesehene Gäste. Die Zahl der Übernahmen erreichte einen neuen Rekordwert.
Gabelstapler der Firma Kion: Großaktionär aus China

Gabelstapler der Firma Kion: Großaktionär aus China

Foto: A3471 Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Düsseldorf/Berlin - Für Investoren aus China wird Deutschland offensichtlich immer attraktiver. Im vergangenen Jahr habe es mit der Übernahme von 20 deutschen Firmen durch Chinesen einen neuen Rekord gegeben, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf eine Studie der Unternehmensberatung KPMG. Aber damit nicht genug: "In diesem Jahr werden wir auch diesen Rekord brechen", zitierte die Zeitung Wang Wei, der bei KPMG für die Betreuung chinesischer Investoren in Deutschland zuständig ist.

Die Ursache für den Anstieg sieht KMPG in dem Imagewandel, denChinas Investoren hierzulande erfahren hätten. Früher hätten sie als Aufkäufer gegolten, die ihre neu erworbenen Fabriken umgehend demontieren und in der Volksrepublik wieder aufbauen. "Jetzt kommen immer mehr deutsche Mittelständler von sich aus, um nach einem strategischen Partner in China Ausschau zu halten", sagte Wang.

Und auch die deutschen Gewerkschaften haben ihre Meinung geändert: "Chinesische Investoren sind langfristig orientierte industrielle Anleger. Sie investieren und ziehen keine Gelder ab", zitierte das "Handelsblatt" Achim Schild, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

Nach Angaben der chinesischen Handelskammer in Deutschland, die am heutigen Donnerstag offiziell in Berlin eröffnet wird, hatten chinesische Unternehmen bis September 2013 bereits 3,8 Milliarden Dollar in Deutschland investiert. Der größte Deal ist demnach die 738 Millionen Euro große Investition von Weichai Power beim Gabelstapler-Hersteller Kion, gefolgt von der Übernahme des Computerherstellers Medion durch Lenovo für 629 Millionen Euro.

mik/dpa-AFX
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