Überraschendes Angebot Russen wollen Karstadt kaufen

Überraschung aus Russland: Nach SPIEGEL-Informationen will jetzt auch ein Konsortium aus St. Peterburg Karstadt übernehmen - und hat bereits fertige Pläne für die Internationalisierung der angeschlagenen Kaufhauskette. Am Freitag war die Bieterfrist für den Konzern abgelaufen.

Rettung aus Russland? Der Eingang des Karstadt-Warenhauses in Düsseldorf.
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Rettung aus Russland? Der Eingang des Karstadt-Warenhauses in Düsseldorf.


Hamburg - Ein russisches Konsortium hat am Freitag beim Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg ein offizielles Angebot zum Kauf der Karstadt Warenhaus GmbH abgegeben. Für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag will die Gruppe unter Führung des St. Petersburger Unternehmers Artur Pachomow 100 Prozent der Geschäftsanteile erwerben.

In dem Angebotsschreiben heißt es, das Konsortium beabsichtige, "der Karstadt Warenhaus AG nach Übernahme der Geschäftsanteile liquide Mittel" für die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts 2010 zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus solle, "beginnend in 2011, durch Investitionen in einer jährlichen Größenordnung von 80 Millionen Euro die Karstadt Warenhaus AG langfristig gesichert werden".

Strategisches Ziel des Investments sei es, die wirtschaftliche Basis des Unternehmens "durch punktuelle Internationalisierung des Warenhaus-Geschäftes an attraktiven Standorten außerhalb Deutschlands zu verbreitern". In St. Petersburg stehe bereits eine geeignete Immobilie zur Verfügung. Zu den Beratern der Investoren gehören mehrere ehemalige Karstadt-Manager, darunter der Ex-Vorstandschef der Karstadt Warenhaus AG, Helmut Merkel.

Die Bieterfrist für die angeschlagene Kaufhauskette endete am Freitag. Bis dahin hatte auch das Immobilienkonsortium Highstreet, Vermieter eines großen Teils der Karstadt-Gebäude, Interesse bekundet, eine größere Anzahl von Karstadt-Häusern zu übernehmen. Weitere Interessenten für Karstadt sind der europäische Investor Triton und die Investmentgesellschaft Berggruen. Am Freitag hatten diese drei dem Gläubigerausschuss in Essen ihre Rettungskonzepte vorgestellt. Die Entscheidung über einen Zuschlag wurde anschließend auf den 7. Juni vertagt. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sagte, es seien drei "seriöse Angebote" vorgelegt worden.

Karstadt war 2009 zusammen mit dem Mutterkonzern Arcandor pleitegegangen. Der Insolvenzverwalter sucht seit Monaten nach einem Käufer; er will alle Filialen an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden. Derzeit betreibt Karstadt bundesweit noch 120 Filialen und beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter.

hpi/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
RosaHasi 29.05.2010
1. .
warum kaufen wir eigentlich nicht karstadt? für griechenland hat es doch auch gereicht.
Fritze Bollmann, 29.05.2010
2. Weltüberspannend
Nunja, dann wird aus dem KaDeWe das KaDePetersburg. Die meisten Käufer kommen wohl schon aus der Region von dort.
frank_lloyd_right 29.05.2010
3. Das "Gum" Essen/Ruhr...
Zitat von Fritze BollmannNunja, dann wird aus dem KaDeWe das KaDePetersburg. Die meisten Käufer kommen wohl schon aus der Region von dort.
...schlechter machen als Middelhoff und Konsorten können die Russen das nicht, also nur zu !
wolkenspalter 29.05.2010
4. auweia
"Zu den Beratern der Investoren gehören mehrere ehemalige Karstadt-Manager..." Da sind ja genau die richtigen am Werk.
alex300 29.05.2010
5. Ein Schnäppchen.
Zitat von sysopÜberraschung aus Russland: Nach SPIEGEL-Informationen will jetzt auch ein Konsortium aus St. Peterburg Karstadt übernehmen - und hat bereits Pläne für die Internationalisierung der angeschlagenen Kaufhauskette in der Tasche. Am Freitag war die Bieterfrist für den Konzern abgelaufen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,697493,00.html
Man musste schon extrem korrupt sein und unverhohlen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben um einen Warenhaus wie Karstadt in die Pleite zu treiben. So schlimm werden die Russen bestimmt nicht.
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