Weitere Finanzhilfe Ukraine bittet EU-Kommission um zwei Milliarden Euro

Die Verhandlungen im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland verlaufen schleppend. Streitpunkt ist vor allem das Geld. Die Regierung in Kiew hat nun die EU-Kommission um weitere Finanzhilfen gebeten.
Der ukrainische Energieminister Juri Prodan: Auf russisches Gas angewiesen

Der ukrainische Energieminister Juri Prodan: Auf russisches Gas angewiesen

Foto: EMMANUEL DUNAND/ AFP

Brüssel - Die Ukraine braucht Geld, um Russland offene Gasrechnungen in Milliardenhöhe zu bezahlen. Nun hat sich die Regierung in Kiew an die EU-Kommission gewandt - und um weitere Finanzhilfen gebeten. Dabei handelt es sich um eine Summe von zwei Milliarden Euro. Das bestätigte ein EU-Kommissionssprecher in Brüssel, wo der ukrainische Energieminister Juri Prodan mit seinem russischen Kollegen Alexander Nowak und EU-Energiekommissar Günther Oettinger zeitgleich über eine Beilegung des Gasstreits berieten.

"Die EU-Kommission hat eine Anfrage der ukrainischen Regierung für einen zusätzlichen Kredit über zwei Milliarden Euro erhalten", teilte der Sprecher mit. Die Anfrage werden nun in Gesprächen mit dem Internationalen Währungsfonds und der ukrainischen Regierung bewertet, sagte der Sprecher weiter.

Mit den laufenden Verhandlungen über russische Gaslieferungen habe dies nichts zu tun, stellte der Sprecher klar. "Um jegliche Missverständnisse auszuräumen - der Antrag auf weitere finanzielle Unterstützung der Ukraine steht nicht in Verbindung mit den heutigen Gesprächen", schrieb der Sprecher auf Twitter. Ein bereits beschlossenes EU-Hilfspaket umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die sich auf etwa elf Milliarden Euro summieren.

Bei dem Treffen in Brüssel wollen die Beteiligten versuchen, den Konflikt um russische Gaslieferungen und von der Ukraine unbezahlte Rechnungen zu lösen. Bis zum späten Nachmittag zeichnete sich allerdings keine Lösung ab. Russland verlangt von der Ukraine bis zum Jahresende 4,5 Milliarden US-Dollar (knapp 3,5 Milliarden Euro) für frühere Lieferungen, zweifelt aber an der Zahlungsfähigkeit Kiews. Die ukrainische Regierung hält die Forderung für Überzogen.

Kiew hofft auf Einigung

Auch der künftige Preis steht zur Debatte. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende verkündet, es gebe eine Einigung auf einen Preis von 385 US-Dollar (etwa 300 Euro) pro 1000 Kubikmeter. Aus Moskau war allerdings nur zu hören, es sei über einen Preis für die kommenden fünf Monate gesprochen worden.

Die Ukraine ist bei der Energieversorgung auf russisches Gas angewiesen. Kiew hofft auf eine Einigung noch vor dem Winter. Dadurch würde sich auch für die EU das Risiko ausbleibender Gaslieferungen aus Russland in den Wintermonaten verringern, da ein beträchtlicher Teil davon über die Ukraine nach Westeuropa geleitet wird.

vks/dpa/Reuters