Wegen Ukrainekrieg Die Bahn hat Lieferprobleme

Die Bahn muss offenbar zwei Aufträge für die Beschaffung von Zugrädern neu vergeben – ohne geregeltes Ausschreibungsverfahren. Grund soll der Wegfall eines ukrainischen Lieferanten sein.
Hauptbahnhof in Frankfurt am Main: ICE (oben) und S-Bahn

Hauptbahnhof in Frankfurt am Main: ICE (oben) und S-Bahn

Foto: Arne Dedert / dpa

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und daraus resultierende Lieferprobleme treffen nun auch die Deutsche Bahn. Der Konzern müsse zwei Aufträge für die Beschaffung von Rädern für Züge kurzfristig neu vergeben und könne aus Zeitmangel kein geregeltes Ausschreibungsverfahren vornehmen, berichtete die »Welt am Sonntag« vorab.

»Die Dringlichkeit besteht hier wegen der Kontinuität des Schienenverkehrs«, zitierte die Zeitung aus einer Bekanntmachung in der europäischen Ausschreibungsdatenbank TED. Ende Februar sei mit der Lieferung der Räder der Typen BA 220 und ET442 gerechnet worden; diese sei nun »vorerst auf unbestimmte Zeit nicht zu erwarten«.

In der Ausschreibung wird dem Bericht zufolge keine konkrete Stückzahl genannt. Dem Vernehmen nach handele es sich aber um eine vierstellige Zahl von Rädern, berichtete die Zeitung.

»Die Mindestfristen eines Vergabeverfahrens können wegen der geringen Lagerbestände nicht eingehalten werden, ohne betriebliche Auswirkungen auf den Schienenverkehr zu riskieren«, heißt es demnach in der Bekanntmachung. Die genannten Radtypen werden unter anderem bei Regionalzügen von Bombardier eingesetzt.

»Keine Einschränkungen im Bahnbetrieb«

Eine Bahnsprecherin sagte auf Anfrage der Zeitung, der Schienenverkehr sei durch den Wegfall des ukrainischen Lieferanten bislang nicht gefährdet. »Um unseren regelmäßigen Bedarf zu decken, mussten wir entsprechend umdisponieren«, sagte sie. »Es gibt aber dadurch keine Einschränkungen im Bahnbetrieb – auch kurzfristig nicht.«

Allerdings dürfte die Beschaffung durch den Wegfall des Lieferanten und die Neuvergabe teurer werden. »Bei den Preisen in aktuellen Ausschreibungen spüren wir wie die meisten Unternehmen die insgesamt deutlich gestiegene Inflation und die erhöhten Rohstoffpreise«, sagte die DB-Sprecherin.

wit/AFP