DIHK-Umfrage Vier von fünf Firmen spüren Folgen des russischen Angriffskriegs

Höhere Energiepreise, gestörte Lieferketten, verlorene Kunden: 78 Prozent der deutschen Unternehmen sind laut einer Umfrage direkt oder indirekt von Putins Überfall auf die Ukraine betroffen. Kritik an den Sanktionen gibt es dennoch kaum.
Montage im BMW-Stammwerk in München

Montage im BMW-Stammwerk in München

Foto: Sven Hoppe / dpa

Putins Krieg gegen die Ukraine wirkt sich spürbar auf die Geschäfte vieler Unternehmen in Deutschland aus. 78 Prozent der Firmen sehen sich vom Krieg und seinen Auswirkungen betroffen, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unter Berufung auf eine Umfrage unter 3700 Unternehmen mit .

Weit überwiegend ist diese Betroffenheit eine indirekte, etwa durch steigende Preise für Energie und Rohstoffe oder durch gestörte Lieferketten. Derartige Folgen gaben 60 Prozent der befragten Unternehmen an. Direkt betroffen, etwa durch den Verlust von Lieferanten oder Kunden, sahen sich weitere 18 Prozent. Nur 22 Prozent gaben an, bislang keine Auswirkungen des Kriegs und der Sanktionen zu spüren.

Besonders alarmierend seien die Ergebnisse aus der Industrie, teilte der DIHK mit. Hier gaben 91 Prozent der Unternehmen an, die Folgen des Krieges zu spüren – 33 Prozent direkt und weitere 58 Prozent indirekt. Drei Viertel der Industriebetriebe verzeichneten Störungen in der Lieferkette und Logistik, fast 90 Prozent fehlende Rohstoffe und Vorleistungen.

»Trotz dieser schmerzlichen Einbußen hören wir kaum Kritik an den verhängten Sanktionen«, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. »Selbst für die stark betroffenen Unternehmen ist Krieg keine Basis für Geschäfte.«

Über alle Branchen hinweg nannten neun von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbaren Effekt im eigenen Betrieb. »Bereits vor dem Krieg haben rund zwei Drittel aller Unternehmen hier ein Risiko für ihre geschäftliche Entwicklung gesehen«, sagte Wansleben.

Diese Entwicklungen könnten die Inflation weiter anheizen, warnt der DIHK. Zwei Drittel der befragten Firmen reagieren demnach mit der Weitergabe von Preissteigerungen an ihre Kunden. Andere Reaktionen sind eine Ausweitung der Lagerhaltung (32 Prozent), das Streichen oder Verschieben von Investitionen (30 Prozent) oder die Suche nach neuen Lieferanten und die Anpassung des Personalbestands (jeweils 21 Prozent).

fdi