Nach Angriff auf die Ukraine Weitere Konzerne kehren Russland den Rücken

Mineralwasser von Nestlé, Bier von Anheuser-Busch InBev, Schuhe von Deichmann: Immer mehr westliche Unternehmen wollen ihre Waren nicht mehr in Russland verkaufen.
Budweiser-Flaschen (Archivbild)

Budweiser-Flaschen (Archivbild)

Foto: Kirsty Wigglesworth/ AP

Angesichts des Ukrainekriegs haben weitere Großunternehmen ihren Rückzug vom russischen Markt angekündigt, darunter Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann. »Mit dieser Entscheidung, die nach reiflicher Abwägung aller relevanten Argumente erfolgt ist, setzen wir ein klares Zeichen gegen die furchtbaren humanitären Auswirkungen des Krieges«, teilte das Familienunternehmen in Essen mit.

Deichmann ist seit 2014 auf dem russischen Markt vertreten und betreibt dort 37 Filialen. Aktuell werde die geordnete Schließung der Geschäfte vorbereitet, berichtete das Unternehmen. Die Belieferung von Deichmann Russland sei bis auf Weiteres insbesondere aufgrund der zunehmenden Herausforderungen in der Logistik und im Zahlungsverkehr eingestellt worden. Das Unternehmen betonte, es werde die von der Entscheidung betroffenen 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser schwierigen Phase finanziell unterstützen.

Der weltgrößte Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev teilte mit, er werde den Verkauf seiner Marke Budweiser in Russland einstellen. Außerdem verzichte man auf alle finanziellen Einnahmen aus einem Joint Venture mit dem türkischen Hersteller Anadolu Efes in Russland. Man habe Anadolu Efes als Mehrheitsaktionär gebeten, die Lizenz für die Produktion und den Verkauf von Budweiser auszusetzen.

Das Joint Venture betreibt in Russland elf Brauereien und hat rund 3500 Beschäftigte. In der Ukraine sind es drei Brauereien und etwa 1800 Mitarbeiter. AB InBev teilte mit, die Belegschaft werde weiterhin unterstützt und bezahlt. Man arbeite zudem mit Hilfsorganisationen vor Ort zusammen. Zuvor hatten bereits die Brauereien Heineken und Carlsberg angekündigt, ihre namensgebenden Marken nicht mehr in Russland zu verkaufen.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé stoppt den Export und Import von nicht lebensnotwendigen Lebensmitteln aus und nach Russland. Das betreffe etwa Nespresso-Kaffee oder S.Pellegrino-Mineralwasser, sagt eine Sprecherin des Schweizer Konzerns. Nestlé hatte vor zwei Tagen bereits angekündigt, alle Investitionen in Russland auf Eis zu legen.

dab/Reuters/dpa
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