Nach Übernahme durch Bundesnetzagentur Gazprom fordert deutsche Tochter zu Namensänderung auf

Gazprom Germania ohne Gazprom: Der russische Mutterkonzern will nicht weiter mit seinem deutschen Ex-Tochterunternehmen assoziiert werden – auch das Logo soll nicht mehr verwendet werden.
Das Lago von Gazprom Germania in Berlin

Das Lago von Gazprom Germania in Berlin

Foto:

FILIP SINGER / EPA

Der russische Energiekonzern Gazprom hat seine ehemalige deutsche Tochterfirma Gazprom Germania zum Verzicht auf den Markennamen und die Verwendung des Markenlogos aufgefordert. Ziel sei es, »eine weitere Identifizierung ihrer Aktivitäten mit der Gazprom-Gruppe zu vermeiden«, teilte Gazprom auf Telegram mit. Der einstige Mutterkonzern ziehe außerdem alle seine Manager aus Führungsgremien von Gazprom Germania zurück, hieß es.

Das betreffe auch alle Tochterfirmen von Gazprom Germania, die ihrerseits Eigentümerin weiterer wichtiger Unternehmen der deutschen Gaswirtschaft ist – etwa des Gasspeicherbetreibers Astora.

Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte zu den Vorgängen, man stehe »in engem Austausch mit dem Management der Gazprom Germania. Wir werden alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen.« Zu der Übernahme der Aufsicht über die bislang von Russland geführten Teile der deutschen Gasversorgung äußerte sich Gazprom zunächst nicht.

Gazprom Germania nun wieder »verlässlicher Partner«

Die Bundesregierung hatte per Anordnung die Bundesnetzagentur vorübergehend als Treuhänderin für Gazprom Germania eingesetzt. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) begründete dies mit unklaren Rechtsverhältnissen und einem Verstoß gegen Meldevorschriften. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte Vergeltungsmaßnahmen wegen des Vorgehens an.

Nach Überzeugung des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, ist Gazprom Germania durch den Schritt der Bundesregierung wieder zu einem »verlässlichen Partner« auf dem Gasmarkt geworden. Es müsse sich niemand mehr Sorgen machen, mit dem Unternehmen »in dieser neuen Konstellation Geschäfte zu machen«, sagte er dem Handelsblatt. Die Gefahr einer technischen Insolvenz sei gebannt.

Gazprom ist nach wie vor der größte Gaslieferant Deutschlands. Der russische Energieriese hatte am 1. April mitgeteilt, seine deutsche Tochterfirma abgegeben zu haben.

atb/dpa