Umgehung der Tarifverträge Bahn will mit Billig-Personal fahren

Mitarbeiter der Deutschen Bahn sind empört: Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" plant die DB Regio, neue Strecken mit eigenen Zügen, aber fremdem Personal zu befahren - die Löhne der Lokführer und Zugbegleiter von Subunternehmen liegen 30 Prozent unter dem Tariflohn.
Regionalbahn der Deutschen Bahn: Eigene Züge, aber fremdes Personal?

Regionalbahn der Deutschen Bahn: Eigene Züge, aber fremdes Personal?

Foto: MATTHIAS RIETSCHEL/ AP

Deutsche

Berlin - Neue Streckennetze versprechen mehr Gewinn. Daher bewirbt sich die -Bahn-Tochter DB Regio AG derzeit um einen Auftrag für das sogenannte Warsnow-Netz, das Routen rund um Rostock in Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Doch noch mehr Gewinn verspricht sich die Deutsche Bahn, indem sie billigere Arbeitskräfte beschäftigt - und damit ihren eigenen Tarifvertrag umgeht.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, sucht DB Regio zurzeit Subunternehmer, die für mehrere Strecken Lokführer und Zugbegleiter stellen können. "Der Tariflohn der Deutschen Bahn liegt zum Teil 30 Prozent über dem Lohnniveau unserer Wettbewerber", zitiert die Zeitung den Personalvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Weber. Laut Weber hätte die DB Regio mit den Bedingungen des bestehenden Tarifvertrags keine Chance, die Ausschreibung zu gewinnen.

Bahn-Gewerkschaft

Bahn-Mitarbeiter reagieren wütend: Das sei der Gipfel, sagt Claus Weselsky, Gewerkschaftschef deutscher Lokomotivführer (GDL). Der Chef der Transnet, Alexander Kirchner, spricht laut "SZ" von einer "weiteren Eskalation in Richtung Sozial- und Lohndumping".

Bahn-Manager Weber hält dagegen, es handele sich um eine "Notwehrsituation" und rechtfertigt das Vorgehen: Die Deutsche Bahn stehe vor dem Dilemma, entweder mit niedrigen Löhnen um Ausschreibungen zu kämpfen oder auf Aufträge zu verzichten - was wiederum den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hätte.

lgr
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