Umweltverschmutzung Gericht verurteilt Chevron zu Milliardenstrafe

Juristische Schlappe für Chevron: Ein Gericht in Ecuador hat den Ölkonzern zu acht Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt. Das Unternehmen soll durch Bohrungen Wasser und Böden in einer Amazonas-Region vergiftet haben. Die Ölbranche fürchtet einen Präzedenzfall, Chevron will in Berufung gehen.

US-Ölmulti Chevron: Ein Gericht in Ecuador wirft dem Konzern Umweltverschmutzung vor
REUTERS

US-Ölmulti Chevron: Ein Gericht in Ecuador wirft dem Konzern Umweltverschmutzung vor


Quito - Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Sammelklage gegen Chevronvor einem Gericht in Ecuador. Die Anklage vertrat die Interessen von 30.000 Menschen, die unter der Verschmutzung des Regenwaldes im Norden des Landes litten. Chevron wollte keine Schadenersatz-Summe nennen. Der klageführende Anwalt Pablo Fajardo sagte jedoch, Chevron müsse acht Milliarden Dollar zahlen.

Der mittlerweile zu Chevron Chart zeigen gehörende Texaco-Konzern förderte von 1972 bis 1990 in diesem Amazonas-Gebiet Öl. Dabei soll er durch fehlerhafte Bohrungen riesige Flächen im Dschungel vergiftet haben. Fajardo lobte das Urteil, nannte die Summe jedoch zu gering. Die Anklage hatte ursprünglich 27 Milliarden Dollar Schadensersatz gefordert.

Das Gericht selbst machte keine Angaben zur Höhe der Strafe. Chevron kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Urteil sei unzulässig und nicht vollstreckbar, erklärte das Unternehmen. Durch ein Berufungsverfahren könnte sich der Prozess noch Jahre hinziehen. Das Verfahren hat international für Aufsehen gesorgt. Chevron-Konkurrenten befürchten, dass der Fall zu einem Präzedenzfall werden könnte.

nib/Reuters/dapd/AFP

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riolouco 15.02.2011
1. Selbstbedienung
Aus Wikipedia Die Erdölförderung in Ecuador führt aber auch zu immer größeren Umweltbelastungen durch aus defekten Pipelines und anderen Leitungen austretendes Erdöl. Auch wird im Zusammenhang mit der Erdölförderung über zahlreiche Menschenrechtsverletzungen an den Ureinwohnern berichtet. Im Jahr 2005 wurden geheime Verträge der meisten Ölfirmen mit der ecuadorianischen Armee bekannt, in denen diese sich zu einer Schutzfunktion für die privaten Unternehmen verpflichtet haben und dazu, indigene Amazonas-Bewohner im Umkreis der Förderanlagen festzunehmen. Die Forderungen gegen den eigenen Staat werden die Betroffenen wohl nicht einklagen können, aber einen US-Multi, das klingt natürlich besser. Und mit Gerichtsstand in Ecuador, das macht doppelt Spaß. Für jeden Ecuadorianer, der in der Zeit der "Vergehen" schon gelebt hat, dürften dabei um die 1000 $ rumkommen, wie schön. Wohl gemerkt für jeden Einwohner des Landes, dabei leben im Bereich der Ölvorkommen kaum Leute. Was für eine Bananenrepublik.
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