Undurchsichtige Aktiengeschäfte US-Investmentsfonds verklagen Porsche

Die Übernahmeschlacht um Volkswagen holt den Stuttgarter Autobauer Porsche in den USA ein. Eine Gruppe von US-Investmentfonds hat gegen die Porsche Automobil Holding und deren ehemalige Vorstände wegen dubioser Aktiengeschäfte Klage eingereicht.

Porsche-Zentrale: Klage in den USA gegen den Autokonzern
ddp

Porsche-Zentrale: Klage in den USA gegen den Autokonzern


New York/Stutgart - Die Fonds machten einen Schaden von mehr als einer Milliarden Dollar geltend. Eine entsprechende Klage sei vor einem Gericht in Manhattan eingereicht worden. Zu den Klägern zählen den Angaben zufolge unter anderem Elliott Associates, The Liverpool Limited Partnership, Glenhill Capital, GCM Little Arbor Partners LP und Perry Partners.

"Wir haben keine Kenntnis von dieser Klage", sagte ein Porsche- Sprecher auf Anfrage. "Wir weisen aber darauf hin, dass wir uns immer an geltendes Kapitalmarktrecht gehalten haben." Neben dem Unternehmen greifen die US-Fonds auch den früheren Vorstandschef Wendeling Wiedeking und den ehemaligen Finanzchef Holger Härter direkt an. Die Investoren werfen ihnen vor, bei der versuchten Volkswagen-Übernahme im Jahr 2008 den Aktienkurs mit falschen Aussagen zu ihren Anteilen und Ambitionen manipuliert zu haben.

Porsche Chart zeigen hatte sich zwei Jahren die Mehrheit an Volkswagen Chart zeigen gesichert und nebenbei den Kurs zeitweise in schwindelerregende Höhen getrieben. Als Porsche im Oktober 2008 überraschend bekanntgab, unter anderem über Optionskonstruktionen einen Anteil von mehr als 70 Prozent an Volkswagen zu kontrollieren, stieg die VW-Aktie zeitweise auf rund 1000 Euro - und sackte später ab.

Letztlich misslang die Übernahme, stattdessen häuften Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter einen gewaltigen Schuldenberg an und mussten schließlich Ende Juli 2009 das Unternehmen verlassen. Porsche soll nun schrittweise in den VW-Konzern integriert werden.

Die Vorwürfe der Kursmanipulation sind nicht neu. Auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Finanzaufsicht Bafin sind ihnen bereits nachgegangen. Die Ermittler durchsuchten Mitte vergangenen Jahres Büros und Privaträume der ehemaligen Porsche-Vorstände.

jok/dpa/Reuters



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wild_at_heart 26.01.2010
1. Wenn ich das schon wieder lese...
Diese amerikanischen Finanz-Aasgeier!! ^^ Kreisen um jedes waidwunde Tier, egoistisch, angelockt vom metallenen Geruch des Geldes und Profits, skrupellos, nur sich selbst gegenüber Rechenschaft schuldig... Wie gut, dass Porsche sich nie der SEC unterworfen hat.
jb231 26.01.2010
2. Wer Zockt kann auch verlieren
Gehört nicht täuschen, lügen, Gerüchte streuen zum Aktiengeschäft. Wer in Aktien investiert, weiss doch mitlerweile das das zu 80 % show und zu 20 % Realität ist. Und die Empörung ist natürlich gross wenn manche vor lauter ignoranz und Dummheit Geld verloren haben, und das dann auch noch als "Marktkenner". Hätten Die damen und Herren mal lieber etwas tiefer gegraben bevor sie die Aktien gekauft haben, bei den Möglichkeiten die ein Investmentfond so hat sollte dies kein Problem sein. Es bestätigt aber nur die Redensart das es sich bei den Fondsmanagern auch nur um Schafe handelt die früher oder später geschlachtet werden. Ein witz jetzt noch schadensersatz zu fordern.
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