Palmöl Unicef unterstützt fragwürdiges Gütesiegel

Das Kinderhilfswerk Unicef kooperiert mit dem Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl. Doch Kritiker sehen das Siegel nach SPIEGEL-Informationen als mitverantwortlich für Kinderarbeit an.
Wilmar-Mitarbeiter bei der Ernte in Langkat, Nord-Sumatra (Archiv)

Wilmar-Mitarbeiter bei der Ernte in Langkat, Nord-Sumatra (Archiv)

Foto: STRINGER/INDONESIA/ REUTERS

Das Kinderhilfswerk der Uno, Unicef, hat einen neuen, fragwürdigen Kooperationspartner - den Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Die in der größten Branchenorganisation RSPO zusammengeschlossenen Unternehmen könnten "enormen Einfluss ausüben, um Kinderrechte zu verbessern", hofft Unicef.

Kritiker sehen den RSPO dagegen als mitverantwortlich für Kinderarbeit an. Die Organisation diene manchen Unternehmen als "Schutzschild", um genauere Untersuchungen zu Arbeitsbedingungen zu vermeiden, heißt es in einer Studie von Amnesty International von 2016 .

Demnach profitieren auch RSPO-Mitgliedsfirmen wie der Wilmar-Konzern aus Singapur von Kinderarbeit in ihrer Lieferkette. Firmen wie Wilmar, die etwa Nestlé oder Unilever beliefern, seien auf diesem Auge "blind", so der Report. Wilmar sagt, die Firma habe auf die Studie mit einem Aktionsplan reagiert.

Christiane Zander, Palmölspezialistin von Rettet den Regenwald, findet die Zusammenarbeit von Unicef und RSPO fatal. Durch Mithilfe von Unicef, so Zander, "bekommt die Kinderarbeit jetzt quasi noch ein Gütesiegel".

nkl
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