Ruhestand nach mehr als 35 Konzernjahren Unilever-Vorstandschef Jope will Ende 2023 gehen

Der Hersteller von Dove-Seife und Knorr-Brühwürfeln muss sich einen neuen Chef suchen: Unilever-Vorstandschef Alan Jope hat seinen Rückzug angekündigt – kurz nach dem Einstieg von Hedgefonds-Manager Peltz.
Alan Jope 2019: Holpriger Start ins Jahr

Alan Jope 2019: Holpriger Start ins Jahr

Foto: Riccardo Savi / Getty Images / AFP

Der Chef des Konsumgüterkonzerns Unilever, Alan Jope, will sich aus dem Unternehmen zurückziehen. Der 59-Jährige wolle seinen Posten zum Ende des kommenden Jahres räumen und das Unternehmen verlassen, teilte Unilever in London mit.

Das Unternehmen, das unter anderem für Dove-Seife und Knorr-Tütensuppen bekannt ist, will demnach nun in den eigenen Reihen, aber auch extern Ausschau nach einem Nachfolger halten. Insgesamt arbeitete Jope bei Unilever nach eigenen Angaben mehr als 35 Jahre lang. 2019 war er zum Vorstandsvorsitzenden des Konzerns aufgestiegen.

Unilever hatte unter Jope, der im Januar drei Angebote für die Consumer-Health-Sparte von GlaxoSmithKline abgab, einen holprigen Start ins Jahr. Dieser Schritt wurde von den Aktionären missbilligt. Einige kritisierten einen zu starken Fokus von Unilever auf Nachhaltigkeit neben dem Kerngeschäft.

Werden die Verbraucher knausriger?

Zudem ist vor wenigen Monaten Hedgefonds-Manager Nelson Peltz in Unilevers Verwaltungsrat aufgestiegen . Er hatte zuvor über seine Investmentgesellschaft Trian Partners eine Beteiligung an Unilever aufgebaut. Im Januar kündigte das Unternehmen außerdem an, rund 1500 Stellen im Management zu streichen. Unilever soll umgebaut werden und sich auf wenige Hauptproduktbereiche konzentrieren. Hinzu kommt: Die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise lassen die Haushaltsbudgets der Verbraucher schrumpfen.

Inwieweit Jopes angekündigter Rückzug jeweils mit diesen Entwicklungen zu tun hat, ist unklar. Er teilte mit: »Wachstum bleibt unsere oberste Priorität, und in den kommenden Quartalen werde ich mich voll und ganz auf die disziplinierte Umsetzung unserer Strategie konzentrieren.«

Ein Insider sprach jedoch von einer »ungewöhnlichen« Entscheidung, den Markt mehr als ein Jahr vor dem Ausscheiden von Jope zu informieren. Ihm zufolge könnte es Bedenken gegeben haben, dass die Nachricht vor der offiziellen Bekanntgabe durchgesickert sein könnte.

apr/dpa/Reuters
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