150.000 Euro Bußgeld Uniper soll Aufsichtspflicht beim Gashandel verletzt haben

Der Energiekonzern Uniper soll Manipulationen auf dem Gasmarkt begünstigt haben. Dafür soll das Unternehmen nun ein Bußgeld zahlen, fordert die Bundesnetzagentur.

Logo von Uniper vor der Firmenzentrale in Düsseldorf (Archivbild)
REUTERS

Logo von Uniper vor der Firmenzentrale in Düsseldorf (Archivbild)


Die Bundesnetzagentur hat gegen den Energiekonzern Uniper wegen Manipulationen auf dem Gasmarkt ein Bußgeld von 150.000 Euro verhängt. Zwei beteiligte Händler sollen Geldbußen von 1500 und 2000 Euro zahlen, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

Die beiden Händler sollen im Oktober 2016 auf einer Gashandelsplattform gleichzeitig Kauf- und Verkaufsangebote so platziert haben, dass andere Marktteilnehmer gezielt vom Handel ausgeschlossen wurden. Dadurch hätten diese kein günstigeres Angebot abgeben können, obwohl sie dies beabsichtigten.

Uniper habe in den sechs geahndeten Fällen einen Gewinn von rund 70.000 Euro erzielt. Die Bundesnetzagentur war von der Energiebörse Powernext und einem Marktteilnehmer eingeschaltet worden. Uniper und einer der beiden Händler haben laut Bundesnetzagentur angegeben, sie hätten sich mit dieser Strategie gegen automatisierte Handelsalgorithmen durchsetzen wollen.

Die Behörde wirft Uniper hingegen die Verletzung ihrer Aufsichts- und Kontrollpflichten vor: "Marktmanipulation ist ein ernsthafter Eingriff in den offenen und fairen Wettbewerb, der das Vertrauen in das Funktionieren der Strom- und Gasmärkte schwächen kann", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. Uniper und die Händler können Einspruch beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. Der Energiekonzern will den Bescheid der Bundesnetzagentur zunächst genau prüfen und dann über weitere Schritte entscheiden. "Wir behalten uns vor, Rechtsmittel einzulegen", sagte eine Sprecherin.

kko/dpa



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