Unister Firma von verunglücktem Manager bekam Steuergelder in Millionenhöhe

Projekte der insolventen Internetfirma Unister sind mit Fördermitteln unterstützt worden. Drei Wochen nach dem Flugzeugabsturz von Gründer Thomas Wagner steht fest: Die Beträge müssen nicht zurückgezahlt werden.

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Das insolvente Leipziger Internetunternehmen Unister hat Fördermittel in Millionenhöhe erhalten. Es seien vier Projekte des Unternehmens unterstützt worden, teilte das sächsische Wirtschaftsministerium mit. Zwei der Projekte mit einem Volumen von sechs Millionen Euro sind demnach bereits abgeschlossen.

Unter anderem habe es sich um Lohnkostenzuschüsse für die Schaffung zusätzlicher Dauerarbeitsplätze gehandelt. Da Unister die Vorgaben eingehalten habe, müsse das Geld nicht zurückgezahlt werden.

Die Fördermittel stammten aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und wurden jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert, hieß es. Für zwei weitere Projekte wurden demnach 1,7 Millionen Euro bis 2018 zugesagt, aber noch nicht voll ausgezahlt.

Unister war nach dem Tod von Gründer und Firmenchef Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz vor etwa drei Wochen endgültig in eine Krise geraten. Außer der Holding befinden sich nun zwölf Tochterfirmen in Insolvenz. Knapp 900 der insgesamt etwa tausend Mitarbeiter sind davon betroffen. Laut dem Insolvenzverwalter Lucas Flöther gibt es nach ersten Rückgängen wieder steigende Buchungszahlen auf den Reiseportalen.

asa/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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karlsiegfried 05.08.2016
1. Toll
Zuschüsse für Pleitefirmen. Besser geht es wirklich nicht mehr.
Jörg Maaß 05.08.2016
2. Nur damit ich das richtig verstehe...
Eine Firma, die dutzende Töchter gründet, um den Zusammenhang zwischen Dienst und Dienstanbieter zu verschleiern, Geschäftsmodelle nahe am Betrug benutzt (siehe die einschlägigen Gerichtsverfahren gegen Unister) und deren Gründer und Manager welches Gehalt bekommen haben?, verbrennt Steuergelder in Höhe von 6 Mio. Euro und schliddert in die Insolvenz, nachdem der Gründer sich bei Kriminellen Geld besorgen wollte und dabei übers Ohr gehauen wurde. Wäre es nicht wesentlich einfacher gewesen, die Mitarbeiter und die örtliche Gefängnispopulation direkt auszubezahlen, wenn wir schon Steuergelder verschleudern müssen?
Denkt mal selber nach 05.08.2016
3. Wenig überraschend
Ein defizitäres Unternehmen wurde am Leben gehalten um schlecht bezahlte Arbeitsplätze zu erhalten. Die Arbeitsbedingungen waren nach allem was man hört auch fragwürdig. Was soll sowas? Warum unterstützten unsere vom freien Markt träumenden Politiker das? Es gibt darauf keine plausible Antwort.
swingsession 05.08.2016
4. Alles normal,
fragt mal den Christian Lindner; der hat die in den Sand gesetzten Millionen auch nicht zurück zahlen müssen. Jetzt ist er sogar "wirtschaftskompetent".
armi-nator 05.08.2016
5. Inkompetenz und Korruption...
gehen auch hier wieder bestens Hand in Hand. Man nennt es PPP = Public-Private-Partnership. Inkompetenz wie üblich beim Staat, und Korruption bei den Firmen, die das auszunützen verstehen.
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