Trotz Insolvenz Unister meldet wieder steigende Buchungszahlen

Unister ist insolvent - dennoch nehmen die Buchungen auf den Reiseportalen des Unternehmens wieder zu. Der Grund: Die Internetseiten der Firma sind im Internet wieder sichtbar.
"Fluege.de"-Werbung mit Reiner Calmund

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Foto: fluege.de

Das insolvente Leipziger Internetunternehmen Unister meldet wieder steigende Buchungszahlen auf seinen Reiseportalen. Grund sei unter anderem die wieder erfolgte Listung der Angebote von Seiten wie "Fluege.de" oder "Ab-in-den-Urlaub.de" bei großen Internetsuchmaschinen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther in Leipzig mit. "Die Trendwende bei den Buchungszahlen ist ein wichtiges Signal - vor allem auch in Richtung potenzieller Investoren."

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass bei Internetsuchen nach Urlaubsangeboten die beiden Reiseportale "Ab-in-den-Urlaub" und "Fluege.de" trotz der Insolvenz des Mutterkonzerns Unister bei Google wieder zu finden.

Auch die Schaltung von Werbeanzeigen, die nach dem Insolvenzantrag vor zweieinhalb Wochen ausgesetzt worden war, läuft laut Flöther in Kürze wieder an. "Angesichts der Tatsache, dass wir in der Insolvenz nur sehr eingeschränkt Marketing betreiben können, ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung", sagte der Insolvenzverwalter.

Der Unister-Konzern, der über 40 Internetportale betreibt, war nach dem Tod des Gründers und Firmenchefs Thomas Wagner bei einem Flugzeugabsturz vor knapp drei Wochen in Schwierigkeiten geraten. Neben der Holding befinden sich inzwischen auch zwölf Tochterfirmen im vorläufigen Insolvenzverfahren. Knapp 900 der etwa 1000 Mitarbeiter sind betroffen.

Seit voriger Woche führt Flöther Verkaufsgespräche mit Investoren. Vor allem an der Reisesparte des Konzerns gibt es offenbar großes Interesse. Unter den Interessenten seien sowohl strategische als auch Finanzinvestoren.

asa/dpa/AFP
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