Betrugsprozess Ex-Manager von Unister müssen vor Gericht

Betrug, Flugzeugabsturz, Insolvenz - die Unister-Geschichte gleicht einem Krimi. Neues Kapitel: Drei Ex-Manager des Internetunternehmens müssen sich ab Januar vor Gericht verantworten.

Firmenschild von Unister
DPA

Firmenschild von Unister


Drei frühere Manager des Internetunternehmens Unister stehen Anfang nächsten Jahres vor dem Landgericht Leipzig. Am 11. Januar beginnt ein Prozess, in dem es unter anderem um Betrug und Steuerhinterziehung geht.

Ursprünglich hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden auch gegen den Gründer und langjährigen Chef von Unister, Thomas Wagner, ermittelt. Der 38-Jährige war jedoch im Sommer bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Er befand sich auf der Rückreise aus Venedig, wo er einen Kredit für sein klammes Unternehmen auftreiben wollte, aber auf einen Betrug hereinfiel. Der Unister-Konzern meldete unmittelbar danach Insolvenz an.

Die Ermittler werfen den Ex-Unister-Managern vor, Kunden in mehr als 87.000 Fällen durch das sogenannte Runterbuchen betrogen zu haben. Dabei soll Kunden ein höherer Preis in Rechnung gestellt werden, als das Onlineportal an den Veranstalter zahlt. "Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden der Kunden von mehr als 7,6 Millionen Euro aus", teilte das Landgericht mit. In einem zweiten Komplex des Prozesses geht es um Steuerhinterziehung.

Ein Teil der Anschuldigungen stammt aus einer ersten Anklage, die das Landgericht schon im Frühjahr zugelassen. Jetzt werden beide Anklagen in einem Prozess verbunden.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist nach Angaben eines Sprechers unterdessen weiter mit den Ermittlungen zu dem dubiosen Kreditdeal in Venedig befasst.

msc/dpa

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