Internetportal Unister-Tochter UDeals meldet Insolvenz an

Nach der Insolvenz von Unister zerfällt das Reich der Leipziger Internetfirma. Nach der Tochterfirma Urlaubstours haben nach SPIEGEL-Informationen jetzt auch das Reiseportal UDeals und die Unister GmbH Insolvenz angemeldet.

Unister-Firmensitz in Leipzig
DPA

Unister-Firmensitz in Leipzig

Von und


Die Insolvenz der Leipziger Internetfirma Unister zieht weitere Kreise. Nachdem am Dienstag bereits die Tochter Urlaubstours beim Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt hat, sind nun offenbar weitere Töchter betroffen: Das Reiseportal UDeals, über das Pakete aus Reisen, Hotels und Zusatzleistungen vermittelt wurden und die Unister GmbH sollen nach SPIEGEL-Informationen aus Unternehmenskreisen ebenfalls Insolvenzantrag gestellt haben. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters wollte auf Anfrage dazu nichts sagen.

Lesen Sie hier, was die Insolvenz für Kunden bedeutet.Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther hatte in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, dass weitere Töchter betroffen sein könnten. Die Unister-Holding hatte am Montag Insolvenz angemeldet, nachdem sich die Gesellschafter nicht hatten einigen können, wer die Nachfolge von Unister-Geschäftsführer Thomas Wagner antreten soll.

Wagner war unter bisher noch ungeklärten Umständen bei einem Flugzeugabsturz auf dem Rückflug von Venedig nach Leipzig ums Leben gekommen. Er hatte dort einen Kredit abschließen wollen, war aber offenbar betrogen worden.

Dresdner Generalstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft hat deshalb jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Vorgänge um den Tod von Wagner aufzuklären. "Wir haben uns gestern an die italienischen Behörden gewandt, um das Gesamtgeschehen aufzuklären", sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. Man ermittle wegen des Verdachts des Betrugs und habe die Polizei in Venedig um Mithilfe gebeten.

Absturzstelle in Slowenien
DPA

Absturzstelle in Slowenien

Wagner hatte in Venedig Anzeige erstattet, nachdem ihm bei der Übergabe einer großen Geldsumme durch einen italienischen Geschäftsmann offenbar überwiegend Falschgeld übergeben worden war. Wagner und seine Begleiter, darunter ein weiterer Unister-Gesellschafter, wollten daraufhin mit ihrem gecharterten Privatflugzeug zurück nach Leipzig fliegen, über Slowenien stürzte die Maschine jedoch ab.

Die slowenischen Behörden teilten gestern mit, an der Absturzstelle seien rund 10.000 Schweizer Franken entdeckt worden sowie italienische Dokumente, die darauf hinwiesen, dass Wagner betrogen worden sei.



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.